"Lungenkranker wartete Stunden auf Behandlung"

Drama um einen 87-Jährigen aus Marchegg: Er wurde mit der Rettung ins Spital gebracht, soll lange auf die Arztbehandlung gewartet haben müssen – Tage nach der Entlassung starb er.

Trauer und Ärger bei den Hinterbliebenen von Rudolf K. (87) aus Marchegg (Gänserndorf): Am 19. Februar hatte der Lungenfacharzt bei einer Untersuchung des Seniors Alarm geschlagen. "Er wurde mit Verdacht auf Lungenembolie mit der Rettung ins Spital nach Mistelbach gebracht", sagt der Schwiegersohn zu "Heute".

Nach der Ankunft im Krankenhaus der Schock: "Unser Opa wurde um 17.30 Uhr in die Notfallaufnahme eingeliefert. Um 22 Uhr wurde uns von der Schwester gesagt, es seien noch zehn Patienten vor ihm dran. Er hat zwar ein EKG bekommen, aber keine Blutabnahme. Erst um 2.35 Uhr ist der Arzt gekommen und hat ihn untersucht. Das Personal war überfordert, das Spital ist mit Ärzten unterbesetzt", so der Schwiegersohn enttäuscht.

Nach einem einwöchigen stationären Spitalsaufenthalt wurde Rudolf K. nach Hause geschickt, starb wenige Tage darauf am Montag, dem 5. März in der Früh.

"Da offensichtlich selbst bei den Ausweichspitälern zu wenig Personal und Betten vorhanden sind, kann ich nur einmal darauf verweisen, dass unser Bezirk Gänserndorf eine eigene medizinische Notversorgung mit ausreichender Kompetenz benötigt", so FP-Bezirksobmann Herbert Steindl.

"Patient wurde bestens ärztlich betreut"

Auf "Heute"-Anfrage heißt es seitens der NÖ-Holding: "Der Patient wurde am 19.2. in die Notfallaufnahme des Landesklinikums Mistelbach-Gänserndorf eingeliefert. Dort erfolgte sofort nach Eintreffen eine Ersteinschätzung durch eine geschulte Pflegeperson sowie bereits nachweislich nach zehn Minuten eine erste Untersuchung durch den diensthabenden Arzt. Außerdem wurden schon nach kurzer Zeit nach seinem Eintreffen eine Blutabnahme zur Labordiagnostik, ein EKG und ein Thoraxröntgen durchgeführt. Ein Verdacht auf eine Lungenembolie schien nicht auf der Zuweisung des Facharztes auf, bestätigte sich auch nicht."

Und weiter: "Der Patient wurde bis zur Aufnahme auf die Station in der Notfallaufnahme bestens ärztlich und pflegerisch betreut.

Der Patient wurde eine Woche stationär aufgenommen und sein bekanntes Lungenleiden sowie weitere Erkrankungen therapiert. Eine weitere Kontrolle beim Hausarzt bzw. Facharzt wurden bei der Entlassung, die nach Rücksprache mit den Angehörigen erfolgte, empfohlen."

(wes)

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