"Maria Mafiosi": Herrlich herzhafte Komödie

In der bayerischen Krimikomödie "Maria Mafiosi" treffen ländlicher Schmäh und Gelassenheit auf italienisches Heißblut. Der sehenswerte Film läuft am 15.6. an.
Die Landsberger Polizistin Maria Moosandl (Lisa Maria Potthoff) ist schwanger und steht kurz vor dem Mutterschutz. Ihr Freund und Vater des Kindes, Rocco Pacelli (Serkan Kaya), der Sohn des örtlichen Pizzeria-Besitzers Silvio Pacelli, liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Seine Familie, Vater Silvio (Tommaso Ragno), Mutter Marcella (Antonella Attili) und Schwester Rita (Carol Schuler), weiß allerdings nichts von der sorgsam gehüteten Liebe. Auch Marias Vater Jürgen (Alexander Held), immerhin Polizeichef von Landsberg, hat nicht den leisesten Hauch einer Ahnung, wer der Vater seines Enkelkindes sein könnte.

Als Rocco endlich seinen Mut zusammennimmt und dem autoritär regierenden Familienvorstand Silvio die Beziehung zu Maria gestehen will, platzt die Bombe: Er soll mit Donatella, der Tochter vom Mafiaboss in Sizilien, verheiratet werden. Eine wachsame Polizeiobermeisterin in der "famiglia" ist daher verständlicherweise nicht unbedingt Silvios Wunschtraum. "Wenn die Hochzeit mit Donatella platzt, wird es für uns Pacellis hier sehr, sehr ungesund", droht Silvio seinem widerspenstigen Sprössling. Mit der Mafia legt man sich eben nicht an.

"Du bist mein einziger Sohn. Wird Zeit für dich zu kapieren, wie die Dinge laufen." So etwa, dass ein Toter in der Speisekammer vom "Il Paradiso" von der Decke baumelt, den es schleunigst zu entsorgen gilt. Das soll jetzt endlich einmal der zartbesaitete Rocco übernehmen, der damit aber heillos überfordert ist.

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Für Maria wird's ebenfalls richtig stressig: Denn eine Leiche taucht plötzlich auf. Natürlich ist es jener Tote, den Möchtegern-Sternekoch Rocco nicht allzu fachmännisch in einer Jauchegrube entsorgt hat.

Während Maria mit ihren Kollegen routiniert die Ermittlungen aufnimmt, bemüht sich ausgerechnet ihr Vater auffällig unauffällig, sämtliche verräterischen Spuren zu verwischen. Denn Jürgen ist auf eine Weise mit "Il Paradiso"-Chef Silvio verbunden, die ihm zwar seinen enormen Karrieresprung und seiner Frau Irmi einen offenen Kamin im frisch sanierten Wohnzimmer sowie eine schicke neue Einbauküche beschert hat, an die er aber nicht ständig erinnert werden möchte.

Silvio versucht wie üblich, die unangenehmen Angelegenheiten nach Sitte seiner süditalienischen Vorfahren zu klären: eine sanft ausgesprochene Erinnerung unter vier Augen an den an Gedächtnisschwund leidenden Jürgen, einen dicken Umschlag "mit Argumente und Alimente" für Maria und eine energische Drohung an den abtrünnigen Rocco.

Aber Landsberg ist nicht Palermo, und der mit allen Wassern gewaschene Mafiosi Silvio hat nicht mit Jürgens schlechtem Gewissen, Marias Starrsinn und Roccos Liebe zu ihr gerechnet.

Ländliche Gelassenheit trifft italienisches Temperament

Der sehenswerte Film von Jule Ronstedt ist eine herrlich erfrischende Komödie, die dem Publikum nicht zuletzt aufgrund der tollen schauspielerischen Leistung viele herzhafte Lacher entlockt. Wenn die ländlich-typische Gelassenheit auf südländisches Heißblut trifft und dabei auch noch bayerischer Humor mit italienischem Charme gepaart wird, kann nur Gutes auf die Leinwand kommen.

"Maria Mafiosi" startet am 15. Juni 2017 in den österreichischen Kinos.

Hier der Trailer:



(ek)

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Kritik/RezensionKinoFilmFilmkritikMonika Gruber

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