"Metoo"-Staatsanwalt soll Frauen misshandelt haben

Der Staatsanwalt von New York: Eric Schneiderman tritt zurück.
Der Staatsanwalt von New York: Eric Schneiderman tritt zurück.Bild: Reuters
Er ist ein Verfechter der MeToo-Kampagne – jetzt muss New Yorks Staatsanwalt Schneiderman zurücktreten: er soll mehrere Frauen missbraucht haben.

Gleich vier Frauen werfen Eric Schneiderman vor, sie zwischen 2013 und 2015 missbraucht und bedroht zu haben – der New Yorker Staatsanwalt räumt deshalb noch im Laufe des Tages seinen Posten.

Die Opfer Michelle Manning Baris und Tanya Selveratnam (zwei Frauen wollen anonym bleiben) gaben gegenüber der Polizei an, sie seien von Schneiderman geschlagen, gewürgt und bedroht worden, meist im Bett und nachdem Schneidermann Alkohol getrunken hatte. Sie seien damals nicht zur Polizei gegangen, haben sich aber an Freunde und Ärzte gewandt. Schneiderman habe ihnen hart gegen Ohren und ins Gesicht geschlagen und sie gewürgt. Sie sagten zudem, er habe ihnen damit gedroht, sie umzubringen, falls sie ihn verlassen sollten. Selvaratnam sagte auch, Schneiderman habe sie davor gewarnt, dass er sie verfolgen lassen oder ihr Telefon abhören lassen könne.

Staatsanwalt streitet alles ab

Der New Yorker Staatsanwalt bestreitet, was die Frauen aussagen. Dem „New Yorker" teilte Schneiderman mit, „Rollenspiele und andere einvernehmliche sexuelle Handlungen" vorgenommen zu haben. „Ich habe nie jemanden angegriffen. Ich habe nie nicht-einvernehmlichen Sex gehabt, was eine Linie ist, die ich nicht überschreiten würde."

Schneidermann klagte Harvey Weinstein an

Wasser predigen, aber Wein trinken? Schneidermann (63) ist Mitglied der Demokratischen Partei und hatte sich massiv für die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe eingesetzt. Anfang des Jahres hatte Schneiderman eine Klage gegen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein und dessen früheres Unternehmen eingereicht. Am 1. Mai nahm er dem Bericht zufolge eine "Champions of Choice"-Auszeichnung für seinen Einsatz in Empfang und sagte bei der Dankesrede: "Wenn eine Frau keine Kontrolle über ihren Körper hat, dann kann sie nicht gleichberechtigt sein." (isa)

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