"Mr.Morgan's Last Love": Der alte Mann & das Mädchen

Bild: Constantin Film

Am 20. September startete "Mr. Morgan's Last Love" in unseren heimischen Kinos. Der Film erzählt von einer unkonventionellen Freundschaft zwischen einem alten Mann und einer jungen Frau. Mit traurigen und lustigen Szenen erweicht der Film viele Herzen.

Am 20. September startete in unseren heimischen Kinos. Der Film erzählt von einer unkonventionellen Freundschaft zwischen einem alten Mann und einer jungen Frau. Mit traurigen und lustigen Szenen erweicht der Film viele Herzen.

Welchen Sinn hat das Leben noch, wenn man den einen Menschen verliert, der es lebenswert gemacht hat? lernt in der Tragikomödie "Mr. Morgan's Last Love", dass auch dann noch jeder Tag ein neues Rätsel sein kann. Der inzwischen 80-jährige Caine übernimmt nach eigener Aussage nur noch dann eine Filmrolle, wenn er beim ersten Lesen des Drehbuchs vollends gepackt wird. Beim Studieren des Scripts von "Mr. Morgan's Last Love" habe er gedacht, dass dies eine der schönsten Rollen sei, die ihm je angeboten wurden.

Bittersüße Tragikkomödie

Sie Michael Caine verkörpert den hoch betagten Witwer Matthew Morgan. Der alte Professor aus den USA lebt allein in Paris. Die für ihn schönsten Momente sind eingebildete Gespräche mit seiner verstorbenen Frau Joan (Jane Alexander). Der Kontakt zu seinen in den USA lebenden Kindern (Gillian Anderson und Justin Kirk) ist minimal. Matt erwartet nichts mehr, nur den Tod. Da lernt er die Jahrzehnte jüngere Französin Pauline (Clemence Poesy) kennen. Die Freundschaft mit ihr schenkt ihm neue Lebenslust. Trotzdem kommt es zu einer Katastrophe.

Die bezaubernde Geschichte lebt vor allem von der Präsenz des zweifachen "Oscar"-Preisträgers Michael Caine. Man hat das Gefühl, er spielt nicht, sondern er ist die Figur Matthew Morgan. Caine braucht keine großen Gesten und keine kräftige Mimik, um dessen Innerstes zu beleuchtet. Mit kleinsten Mitteln, ganz sanft, offenbart er den Charakter des pensionierten Professors. Die Wahrhaftigkeit seiner Interpretation umschifft auch jede noch so kräftig drohende Klippe von Kitsch.

Mit Michael Caine agiert ein exzellentes Ensemble. Die Französin Clemence Poesy mutet als Tanzlehrerin Pauline ebenfalls absolut authentisch an. Die bei den Darstellern spürbare Selbstironie setzt schöne Akzente. Beide ergänzen sich im Spiel aufs wunderbarste. Die Freundschaft des Paares über den großen Altersunterschied hinweg und fern jeglicher sexuellen Begierde wirkt geradezu märchenhaft rein.

Sandra Nettelbecks Comeback mit großen Gefühlen

Die seit ihrer Komödie "Bella Martha" auch international gefragte deutsche Regisseurin Sandra Nettelbeck hat für ihren Film den französischen Bestseller "Die letzte Liebe des Monsieur Armand" von Francoise Dorner als Vorlage gewählt. Sie hat Handlung und Charaktere zum Teil stark verändert. Beispielsweise wurde aus dem französischen Pensionist im Buch für den Film ein US-Amerikaner. Die Veränderungen erweisen sich jedoch als sehr kinowirksam.

Wie in der Romanvorlage, so ist das Wesentliche auch im Film die Auseinandersetzung mit der Furcht vor Alter und Alleinsein. Da werden keine Patentrezepte verteilt. Doch es wird mit leichtem Erzählton klar gemacht, dass die Pflege von Freundschaften wesentlich zu einem guten Leben auch in späten Jahren beitragen kann. Dazu hat Nettelbeck von Dorner auch eine scharfe Absage an den gängigen Jugendwahn übernommen. Eindringlich wird gezeigt, dass jedes Alter seine Licht- und Schattenseiten hat, und dass enge Beziehungen über Generationen hinweg jung und alt gleichermaßen bereichern.

Weltpremiere beim Shanghai Film Festival

Die Tragikkomödie feierte beim 16. Shanghai International Film Festival am 15. Juni 2013 seine Weltpremiere. Neben Michael Caine waren u.a. Clémence Poésy, Justin Kirk, Jane Alexander und Gillian Anderson zu sehen. Bereits im Vorfeld dieses Festivals stieß "Mr. Morgan's Last Love" bei den internationalen Filmeinkäufern auf großes Interesse. Die Europapremiere fand auf dem Filmfest München am 29. Juni 2013 statt. Zunächst auf dem roten Teppich vor dem Festivalzentrum im Gasteig sowie im Anschluss an die Filmvorführung und dem darauffolgenden Publikumsgespräch durften die Regisseurin, die Darsteller und die Produzenten den Premierenapplaus genießen.

Filmstart in den heimischen Kinos ist am 20. September 2013

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