"Murder by Numbers": Ein herrlicher Pixel-Thriller

Aufsehenerregende Morde erschüttern die Glamour-Welt der 90er-Jahre. Nun liegt es am Spieler, die Vorfälle in Retro-Pixeloptik in "Murder by Numbers" aufzuarbeiten.
In "Murder by Numbers" von Entwickler Mediatonic und Publisher The Irregular Corporation hält man sich auf PC und Nintendo Switch nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Der Spieler landet direkt im Jahr 1996 in Los Angeles zwischen Plateau-Sneakern, Jeans-Looks und bauchfreien Kleidern sowie poppigen Disko-Tönen und macht damit der Szenerie alle Ehre.

Nach einer animierten Videosequenz zu Beginn wissen wir auch schon Bescheid: Wir schlüpfen in die Rolle von Honor Mizrahi, Star einer beliebten TV-Serie. Doch unser Chef feuert uns aus dem Studio, wobei die Trauer nicht lange anhält – denn nur kurz darauf fällt der Film-Boss tot um. Um unsere Unschuld zu beweisen, schnappen wir uns den Aufklärungsroboter "SCOUT" und ermitteln auf eigene Faust.

Das übrige Spielprinzip ist einfach, macht aber Spaß: Wir ermitteln bei seltsamen Zwischenfällen und mysteriösen Morden an den Tatorten, befragen die Beteiligten und ziehen daraus unsere Schlüsse. Besonders ist die Art der Ermittlung: Weißt uns der Roboter auf eine Entdeckung hin, können wir den Fund analysieren, indem wir japanische Rätseldiagramme, so genannte Nonogramme, entschlüsseln. Wer bei so etwas schlecht ist: Hinweise lassen sich anfordern.

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Schön durchmischter Schwierigkeitsgrad

Sind die teils leichten, teils beinharten Rätsel gelöst, zeigen sich Fundstücke wie Fingerabdrücke oder Blutspuren am Tatort. Je mehr solcher Hinweise man sammelt, umso leichter hat man es im weiteren Spielverlauf. Die Zahl der gefunden Hinweise gibt uns nämlich immer mehr Möglichkeiten, die am Tatort Anwesenden zu befragen und ihnen Beweise für Schuld und Unschuld vorzulegen beziehungsweise Beweisketten zu generieren, die dann die Handlung voranschreiten lassen.

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Nicht vergessen hat man darauf, den Charakteren tiefgründige Hintergrundgeschichten zu verpassen. So erfährt man mit jedem Fall mehr über die Familie und Freunde sowie die Karriere der Protagonistin und sie wächst dem Spieler richtiggehend ans Herz. Skurril ist der krasse Gegensatz von einer teils sehr düsteren Story und immer wieder aus dem Nichts auftauchenden makaberen Scherzen. Dies sorgt allerdings auch dafür, dass die Dialoge in Erinnerung bleiben und nicht sofort nach dem Wegklicken verblassen.

Nette Comic-Grafik mit vielen Details

"Murder by Numbers" nutzt zwar teilweise fragwürdige Witze und nimmt auch Dragqueens und Co. auf die Schaufel, rutscht aber nie in Stereotype ab. Neben dem Protagonisten fallen auch die Nebenfiguren auf, die mehr als nur schönes Beiwerk sind, sondern durchaus stark durchdacht wurden. Die Grafik kann sich ebenso sehen lassen: Zwar gibt es beinahe nur statische Puzzle- und Befragungsszenen mit Textfeldern, die Hintergründe und Figuren haben aber einen netten Comc-Stil und fallen mit Details auf.



"Murder by Numbers" in einem Stück durchzuspielen, können wir nicht empfehlen. Trotz aller Abwechslung ist beim dauernden Figurrätsel-Lösen die Luft schnell raus. Wer sich die je vier Fälle des Spiels aber in 20 bis 30 Minuten lange Sitzungen einteilt, hat beim täglichen Spielen zumindest genug abwechslungsreiches Vergnügen für rund zwei bis drei Wochen. Natürlich, wenn man die kniffligen Rätsel auch halbwegs schnell lösen kann.

Picross-Abenteuer mit Handlung

"Murder by Numbers" ist eine Art "Picross"-Game mit einer Krimi-Handlung geworden, die überraschend stark ausgefallen ist und ebenso überraschend gut mit dem Rätsel-Aspekt funktioniert. Schön ist auch, dass das Game Anfänger nicht sonderlich schlimm bestraft: Wer Rätsel mit Zeitvorgaben nicht schafft, verliert zwar einige Punkte und damit den höchsten Rang, muss aber nicht neu beginnen, sondern kann das Rätsel einfach fertig lösen.

Wer Freude mit dem Knobeln in "Picross" und dem Befragen in "Phoenix Wright: Ace Attorney" hat, wird "Murder by Numbers" lieben. Der Titel vereint die beiden Konzepte mit einer äußerst spannenden Handlung samt unvorhergesehenen Wendungen und versteht es zudem, die vielen Charaktere dem Spieler ans Herz wachsen zu lassen. Das alles mit einer auf den Punkt getroffenen Steuerung und einer einzigartigen Comic-Grafik.



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