"Musste mit Kind von 5  am Tag leben"

Als die heute 30-jährige Malika B. 2003 schwanger vor dem Krieg aus Tschetschenien flüchtete, fand sie Asyl in Österreich. Arbeiten durfte sie nicht.


Trotzdem hatte sie einen Fulltime-Job: überleben mit nur fünf Euro am Tag. So viel machte das tägliche Essensgeld vom Flüchtlingsheim aus, in dem sie sich mit zehn anderen ein Zimmer teilte. Die tägliche Frage: U-Bahnfahren für 1,80  – und dafür auf Tomaten verzichten und hungern, oder quer durch die Stadt zum billigsten Gemüsemarkt Wiens zu Fuß gehen, um genug zum Essen zu haben? "Meistens ging ich zu Fuß", sagt Malika. Weitere 40 Euro pro Monat bekam sie für persönliche Ausgaben – das war’s.

Seit 2009 geht es ihr und Sohn Adam (8) besser: Ihr Asylverfahren ging positiv aus. Malika darf jetzt arbeiten und hat ein Recht auf Mindestsicherung. "Ich suche wie wild einen Job", sagt die studierte Pädagogin.

Übrigens: Morgen ist Weltflüchtlingstag. In Österreich leben 21.000 Asylwerber, sie erhalten maximal 290  pro Monat. Ihr Alltag: warten auf einen Bescheid und träumen von einer besseren Zukunft.

Anna Thalhammer
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