"Nach dem Onanieren schmerzt mein Penis!"

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Marco befriedigt sich oft mehrmals am Tag. Er bezweifelt, dass dies gesund ist, weil er danach manchmal Schmerzen hat. Muss er sich Sorgen machen?
Frage von Marco (14) an Doktor Sex: Ich bin häufig so spitz, dass ich manchmal bis zu drei Mal am Tag wichse. Nun möchte ich fragen, ob es gesund ist, sich so oft einen runterzuholen. Am nächsten Tag tut mir dann manchmal der Penis weh. Ist dieser Schmerz normal oder kommt er vielleicht vom zu häufigen Abspritzen? Ab und zu kommt übrigens gar nichts, also beim ersten Mal viel, beim zweiten Mal nichts und beim dritten Mal dann wieder etwas mehr. Ist das auch bei anderen so? Oder bin ich irgendwie komisch, so dass ich mir Sorgen machen muss?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Marco

Immer noch haftet der Selbstbefriedigung der Makel des Verbotenen, des Schmutzigen oder in manchen, meist fundamentalistisch-religiösen Kreisen, gar der Sünde an. Darum gibt es darüber auch immer noch unzählige Märchen und Mythen, die Menschen – insbesondere Männer – davon abhalten sollen, sich selber zu erregen und Lust zu verschaffen. Auch heute noch ist hier und dort zu hören, häufige Selbstbefriedigung führe zu Impotenz oder nach tausend Schuss sei Schluss. Die Frauen haben es diesbezüglich leichter. Da die weibliche Selbstbefriedigung in den Moraltraktaten des Christentums kein Thema war, gibt es dazu auch kein entsprechendes Regulativ.

Sexuelle Lust ist eine Quelle des Wohlbefindens. Es ist deshalb wichtig, dass sich Menschen auch in diesem Bereich entsprechend entwickeln können. Selbstbefriedigung hat keinerlei schädliche Langzeitfolgen – weder auf der körperlichen noch auf der psychischen Ebene. Auch dann nicht, wenn sie regelmäßig oder, wie in deinem Fall, täglich praktiziert wird. Im Gegenteil: Menschen, die den Zugang zu den erogenen Zonen ihres Körpers nicht finden, haben auch keinen Plan, wo und wie sie gerne von jemand anderem berührt werden und es fällt ihnen häufig entsprechend schwer, beim Sex mit einem Partner oder einer Partnerin die eigenen Bedürfnisse zu formulieren. Es sind also eher sie, die später mit Problemen rechnen müssen.

Ich vermute, dass deine Schmerzen mit der Technik beim Reiben zu tun haben. Statt nur die Hand am steifen Penis auf- und abgleiten zu lassen, solltest du daher auch einmal das umgekehrte Vorgehen anwenden und versuchen, durch schaukelnde und kreisende Bewegungen aus dem Becken heraus deinen Penis an der Hand reiben. Damit lernst und erweiterst du einerseits die Beweglichkeit im Becken und simulierst zudem gleichzeitig auf eine angenehme Art den Geschlechtsverkehr. Die Hand kann dabei mehr oder weniger stark geschlossen sein. Je weniger hart du mit den Fingern deinen Ständer umschließt, desto geringer ist die Gefahr, dass Schmerzen auftreten werden. Wenn du magst, kannst du dabei auch Gleitmittel verwenden, was besonders intensive Empfindungen bewirken kann.

CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Menge des Spermas variiert von Mann zu Mann und ist zudem direkt abhängig von der sexuellen Aktivität. Findet Sex in kurzen Abständen statt, schaffen es die an der Ejakulation beteiligten Drüsen nicht mehr, genug Nachschub zu produzieren, weshalb die Menge beim zweiten Mal oder dritten Mal geringer ausfällt. Nach einer etwas längeren Pause ist wieder mehr Sekret vorhanden. Die Menge der Samenzellen ist davon nicht im selben Maß betroffen, da sie an verschiedenen Orten zwischengelagert und daher immer in genügender Zahl vorhanden sind. Und nun: Viel Spaß beim Ausprobieren der neuen Technik!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch (wer)

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