"Nach dem Sex will er nie kuscheln"

Bild: Kein Anbieter/iStock
Der Mann, mit dem Annika eine Affäre hat, verhält sich ambivalent und entzieht sich ihr immer wieder. Warum tut er das?
Frage von Annika (24) an Doktor Sex: Ich habe seit rund einem halben Jahr eine Affäre. Ich merke, dass wir beide etwas füreinander empfinden, und glaube auch, dass daraus in absehbarer Zeit etwas Festes werden könnte. Aber immer, wenn ich ihn darauf anspreche, meint er nur, er brauche noch etwas Zeit. So langsam habe ich das Gefühl, er hat irgendwie Angst. Ich weiß aber nicht genau, wovor.

Unser Sex ist sehr leidenschaftlich und emotional, aber was mich unheimlich bedrückt und traurig macht, ist, dass er jeweils nach dem Sex eiskalt zu mir ist. Manchmal steigt er einfach aus dem Bett und verschwindet ins Wohnzimmer. Es gibt kein Kuscheln – gar nichts. Ich kann nicht verstehen, dass wir erst Sex mit Gefühlen haben und danach das. Warum verhält er sich so?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Annika

Wenn du wirklich wissen möchtest, warum sich dein Liebhaber so verhält, fragst du ihn am besten selbst. Denn ich kann aus der Ferne und mit den wenigen Angaben, die du mir zur Verfügung stellst, nur spekulieren.

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Auf die Gefahr hin, dass du dies wenig hilfreich findest: Es ist mir ein Anliegen, dir den Zusammenhang aufzuzeigen zwischen deiner Vorstellung von Sex beziehungsweise wie ein Mann dabei agieren sollte und deiner Einschätzung seines Verhaltens danach.

CommentCreated with Sketch.1 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Du scheinst dich an der weitverbreiteten Idee zu orientieren, Sex sei, in linearer Abfolge, Vorspiel, der eigentliche Akt und Kuscheln danach. Auch wenn du damit wiedergibst, was unzählige Ratgeber zum State of the Art der körperlichen Lustbefriedigung erklärt haben: Dies ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten, wie man Sex haben kann – und wohl kaum die verbreitetste.

Indem du dieses Konzept ohne zu hinterfragen einfach übernimmst, kreierst du gleichzeitig dein Problem: Du baust deinen Lover einfach ungefragt in diesen – deinen – Plot mit ein und wunderst dich nicht einmal darüber, dass er den ihm zugeteilten Part nicht einfach wie vorgesehen spielt.

Nun ist es aber eben so, dass Menschen sich in Beziehungen selten oder nie in der Art verhalten, wie die Umstände, Ratgeberliteratur oder Partnerinnen und Partner es nahelegen oder wünschen würden. Im Gegenteil: Manche reagieren geradezu allergisch, wenn auch nur annähernd so etwas wie eine Erwartung im Raum steht.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Angst, die du bei diesem Mann wahrzunehmen glaubst, und deinen, so vermute ich, vielleicht etwas gar idealisierten Vorstellungen von Beziehung.

Statt bei ihm solltest du darum vielleicht bei dir ansetzen und dir bewusstmachen, dass eine Beziehung letztlich aus zwei Menschen besteht, die mehr oder weniger unterschiedliche Vorstellungen haben vom Leben. Eigne dir Kompetenzen an im Umgang mit Differenzen und hör auf mit dem Versuch, die Welt deinen Konzepten anzupassen. Alles Gute!

Ihre Frage an Doktor Sex: doktor.sex@heute.at

(wer)

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