"Neu Leopoldau": Gefahr für Umwelt & Gesundheit

Am Gelände des Gas- und Dampfkraftwerks Leopoldau soll ein großes Wohnbauprojekt errichtet werden. Jetzt fordert die FPÖ einen Baustopp.

"Als Gefahr für Umwelt und Gesundheit der Menschen", bezeichnete Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) heute, Montag bei einer Pressekonferenz das Bauprojekt "Neu Leopoldau". Denn: Das Erdreich im Bereich das Gaswerks Leopoldau soll mit Chemikalien kontaminiert sein. Damit bezog er sich auf einen Bericht des Bundesumweltamtes. Weiters soll aus dem Bericht hervorgehen, dass das Gelände nicht komplett saniert sondern nur "gesichert" worden sei. Forderungen von der FPÖ nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung und einem Sanierungskonzept seien bereits von der Stadt abgelehnt worden.

Chemikalien im Boden - Grund zur Sorge?

Michael Niegl, FPÖ-Gemeinderat meinte, die Chemikalien seien krebserregend und könnten das menschliche Erbgut schädigen. Die Chemikalien sind nicht biologisch abbaubar, daher müsste das Erdreich abtransportiert werden - durch die Baustelle sei jedoch das installierte Sperrsystem gefährdet.

Der Vorsitzende des SPÖ-Umweltausschusses Erich Valentin hingegen bezeichnet die Aussagen von Vizebürgermeister Gudenus zum Wohnbauprojekt als "ungeheuerliche Angst- und Panikmache der übelsten Art und zudem nachweislich falsch".

Richtig sei, dass es durch Kriegseinwirkungen und bei der Auflassung der Anlagen des ehemaligen Gaswerks zu Verunreinigungen des Bodens gekommen sei. Die Fläche wurde aber untersucht und ist heute gesichert.

Die Interpretationen der Fakten zum Wohnprojekt "Neu Leopoldau" widersprechen sich, denn: "Für Anrainer und künftige Bewohner der Neu-Leopoldau besteht absolut kein Grund zur Sorge" betont Erich Valentin von der SPÖ.

1.000 neue, geförderte Wohnungen

Bis 2019 sollen am ehemaligen Standort "Gaswerk Leopoldau" 1.000 geförderte Wohnungen entstehen. Bereits im Sommer 2016 wurde das Projekt "Neu Leopoldau" von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, Umweltstadträtin Ulli Sima und Sigrid Oblak (Geschäftsführerin der Wien Holding) vorgestellt.

"Die geförderten Wohnungen sind speziell auf die Bedürfnisse der Jungen - Singles, Alleinerzieher, Familien mit Kindern und Jugendlichen – zugeschnitten. Mir ist der Bau von kostengünstigen, qualitätsvollen, innovativen, ökologischen und sozial nachhaltigen Wohnungen für junge Menschen besonders wichtig, denn sie zählen zu einer der wachsenden Bevölkerungsgruppen der Stadt", betonte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig im vergangenen Jahr.

Spatenstich oder Baustopp?

Ob sich der geplante Spatenstich nun verzögert, weil angeblich Teile des Areals mit industriellen Altlasten kontaminiert sind oder nicht, bleibt vorerst offen. (stebo)

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