"Obdachlose sind auch bei warmen Wetter obdachlos"

Der Projektleiter des Verein MUT Alex Maier (51) zeigt die Hygienetaschen für Obdachlose. Hund Aaron schaut darauf, dass alles vollständig ist. (c) Louis Kraft
Der Projektleiter des Verein MUT Alex Maier (51) zeigt die Hygienetaschen für Obdachlose. Hund Aaron schaut darauf, dass alles vollständig ist. (c) Louis KraftBild: zVg
Auch wenn es nun Frühling wird, die wohnungslosen Menschen in Wien brauchen weiter Unterstützung. Der Verein MUT vergibt Hygienetaschen und bittet um Spenden.
"In den Wochen rund um Weihnachten denkt jeder an Obdachlose, besonders stark merkt man das 24. Dezember. Aber ab Mitte Jänner und spätestens wenn die Temperaturen wärmer werden, sinkt die Aufmerksamkeit um bis zu 80 Prozent", erzählt der Projektleiter des Wiener wohltätigen Verein MUT, Alex Maier (51) bei einem Besuch von "Heute".

Doch auch im Frühling oder Sommer brauchen wohnungslose Menschen weiter Hilfe und Unterstützung. "Obdachlose sind auch bei warmen Wetter obdachlos", hält Alex fest. Um hier zu helfen, verteilt der Verein seit rund zwei Jahren eigene Hygienetaschen. Bedarf und Nachfrage sind so groß, dass die Aktion nun auf das ganze Jahr verlängert wird.

"Hygiene ist wichtig, besonders für obdachlose Menschen. Daher helfen wir nicht nur mit nötigen Kleider- und Lebensmittelspenden, sondern auch mit Körperpflegeprodukten wie Duschgel, Zahnpasta oder Rasierutensilien", so Alex.

Der wohltätige Verein MUT (Mensch-Umwelt-Tier) mit Sitz in Wien wurde 2005 gegründet und leistet einen beträchtlichen Beitrag zum sozialen Gefüge in Wien. Das Team widmet sich den Kleinen und Bedürftigen und unterstützt sowohl im Alltag als auch in Notsituationen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Obdachlosenhilfe mit dem Projekt Yes We Care, die Familien-Häuser als Notschlafstellen, die Lebensmittelrettung und -verteilung sowie der Veranstaltungsraum open space beim Naschmarkt. Der Verein ist wirtschaftlich und politisch unabhängigund finanziert sich hauptsächlich aus Spendengeldern, überwiegend von Privatspendern.
Schon über 200 Hygienetaschen verteilt

Im Rahmen des Projekts "Yes We Care", das ursprünglich auf die kalte Jahreszeit begrenzt war, verteilt der Verein MUT ab sofort wöchentlich Hygienepakete in ganz Wien. Seit November 2018 wurden über 200 Hygienetaschen, befüllt mit Zahnbürste und Zahnpasta, Duschgel, Shampoo, Waschlappen, Deodorant, Einwegrasierer und Rasierschaum bzw. Tampons und Damenbinden, an obdachlose Frauen und Männer verteilt.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Viele Produkte davon wurden von der Bevölkerung zur Verfügung gestellt, der Rest wurde vom Verein MUT zugekauft. Bis zum Sommer sollen noch einmal so viele Hygienetaschen verteilt werden. Mit der Unterstützung der Wiener soll dieses Ziel erreicht werden.

Spenden wie neue oder angebrochene Duschgels, Deo & Co werden gerne angenommen

Jeder, der helfen möchte, kann ganz einfach eine eigene Sammelstelle für Hygieneprodukte und Kulturbeutel aufstellen. "Einfach einen Karton mit entsprechendem Aufruf im Büro, in der Schule oder im Wohnhaus aufstellen. Das geht ganz unkompliziert und mit geringem Zeitaufwand", erklärt Alex.

Die gesammelten Hygieneprodukte – gerne werden auch angebrochene Duschgels oder Deos angenommen, Zahnbürsten, Damenhygieneartikel und Rasierer bitte nur in Originalverpackung – können beim Verein MUT mit Adresse Rechte Wienzeile 37 (Wieden) abgegeben werden. Besonders gefragt sind Einwegrasierer, Rasierschaum und Deos.



(Video: Verein MUT)

Zudem gibt es die Möglichkeit direkt über die MUT Homepage

Hygienepatenschaften in der Höhe von 15 Euro pro Stück zu übernehmen. Wer darüber hinaus helfen will, kann sich unter obdachlosenhilfe@verein-mut.eu melden.

Laptops für mehr Chancengleichheit bei Bildung

Neben der Obdachlosenhilfe setzt der Verein auch auf die Einzelnothilfe. Bei dem Projekt "100:eins" werden etwa alte Handys und IT-Schrott gesammelt und dem Recycling zugeführt. "Für 100 Handys oder 100kg IT-Schrott, die abgegeben werden, spendet "Socius – Bündnis gegen Armut" einen Laptop für Schüler aus einkommensschwachen oder armutsgefährdeten Familien.

"Gerade in den höherstufigen Schulklassen ist für rund Zweidrittel der Lehrgegenstände mittlerweile ein Laptop notwendig. Doch gleichzeitig steigt der Anteil jener Jugendlichen, die sich eben den nicht leisten können, daraus ergeben sich auch Nachteile in den Ausbildungschancen. Mit dem Projekt 100:eins helfen wir und stärken so die Chancengleichheit bei Bildung", so Alex. (lok)

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