"Ohne Toten kein Mord": Fall Krenn wird mysteriös

Im Fall des abgängigen Salzburger Roland Krenn geraten weitere Verdächtige ins Polizeivisier. Ein Anwalt kritisiert die Behörden.
Der Fall des verschwundenen Roland Krenn wird immer verworrener. Weil die Polizei auch ein Gewaltverbrechen nicht ausschließt, sitzt ein 23-jähriger Bekannter des vermissten 63-Jährigen in Untersuchungshaft. Doch der Verdacht weitet sich aus, die Polizei ermittelt nun auch gegen einen 28-jährigen Wirt und einen 55-jährigen Deutschen.

Während der Bekannte wegen Mordverdacht in Untersuchungshaft sitzt, ist unklar, was den beiden weiteren Verdächtigen vorgeworfen wird. Der Verdacht gegen den Älteren laute darauf, dass er Roland Krenn kurz vor dessen Verschwinden bestohlen haben soll, berichten die "Salzburger Nachrichten". Bei dem Wirt wiederum habe Krenn gearbeitet, hier stehe "Freiheitsentziehung" im Raum.

"Sicher nicht" umgebracht

Der Anwalt des in U-Haft sitzenden Mannes wiederum kritisiert die Behörden heftig. Sein Mandant habe "sicher nicht" den Vermissten getötet und "ohne Toten gibt es keinen Mord". Der Anwalt vermutet, dass sich Krenn selbst umgebracht oder einen Unfall erlitten hatte.

Aber: Die Nachbarn des Vermissten würden den 23-Jährigen belasten. Das deshalb, weil er in der Villa des Verschwundenen aufgetaucht sei und den Nachbarn erklärt hatte, dass Krenn "einige Monate nicht auftauchen" werde, da er einen Yacht-Ausflug unternommen hätte.

Fall Roland Krenn
Die Polizei hat nun eine neuerliche österreichweite Fahndung angestoßen.
Sie ersucht, dass sich Personen, die Angaben zum Verbleib des Abgängigen machen können, melden.
Vertrauliche Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Salzburg unter der Telefonnummer 059133/ 50-3333 melden.
Nur Dokumente gefunden

Alle Dokumente Krenns, so auch sein Reisepass, wurde allerdings in der Villa gefunden. Vom Vermissten selbst gibt es seit Monaten keine Spur. Ende August 2016 meldete ein Salzburger die Abgängigkeit Krenns bei der Polizei.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Durch Auswertung der Handydaten des Salzburgers konnte festgestellt werden, dass das letzte Telefongespräch am 19. Juli 2016 um 20.14 Uhr im Stadtteil Kleingmain geführt wurde. Dort hat der Abgängige seinen Wohnsitz. Es konnte ebenfalls festgestellt werden, dass Spuren des Verschwindens auch in den Bezirk Oberwart im Burgenland führen. Dort hat Krenn ein Haus mit Grundstück und führte 2016 Renovierungsarbeiten durch.

Polizei hofft auf Hinweise

Durch die Handyauswertung wurde zudem festgestellt, dass sich Krenn zuletzt mit dem 23-jährigen Mann aus dem Flachgau getroffen hat, der nun in Untersuchungshaft sitzt. Ab diesem Treffen gibt es von Krenn kein Lebenszeichen mehr. (rfi)

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