"Österreich müsste mehr Flüchtlinge aufnehmen!"

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110.000 Menschen starben bisher im syrischen Bürgerkrieg, wer leben will, flieht. Im Zaatari-Camp der UNHCR in Jordanien haben 120.000 Flüchtlinge Aufnahme gefunden. Camp-Manager Kilian Kleinschmidt sprach mit "Heute" über Schicksale und warum Österreich mehr als 500 Flüchtlinge aufnehmen soll.

110.000 Menschen starben bisher im syrischen Bürgerkrieg, wer leben will, flieht. Im Zaatari-Camp der UNHCR in Jordanien haben 120.000 Flüchtlinge Aufnahme gefunden. Camp-Manager Kilian Kleinschmidt sprach mit "Heute" über Schicksale und warum Österreich mehr als 500 Flüchtlinge aufnehmen soll.

Sie leben in 28.000 Zelten und Containern – zurück in ihre Heimat können sie nicht. "Die Flüchtlinge wollen, dass Syrien angegriffen wird, die internationale Gemeinschaft einschreitet. Sie sagen, eine Rakete kostet so viel wie ein Tag im Flüchtlingslager", erzählt uns Kleinschmidt. Auf die Frage, wie er es schafft, dass im Camp trotz all dem Leid halbwegs Friede statt Gewalt herrscht, sagt der Camp-Chef: "Durch Dialoge. Es ist gefährlich hier und ein Risiko, aber es ist mir und meinem Team gelungen, dass uns die Menschen vertrauen."

Kleinschmidts größte Herausforderung: "Ich möchte den Flüchtlingen ihre Menschenwürde zurückgeben – sie sollen mehr als nur eine Statistik sein." Wir fragten Kleinschmidt (Spitzname des Deutschen ist "Löwe der Wüste"), ob er es in Ordnung findet, dass Österreich nur 500 Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt – und dabei (laut Michael Spindelegger, ÖVP) Frauen, Kinder und Christen bevorzugt werden sollen.

Seine Antwort: "Die Solidarität muss viel größer sein. Jeder, auch Österreich, müsste mehr Flüchtlinge aufnehmen – ganz egal, ob Muslime oder Christen. Es ist keine gute Idee, nach bestimmten Kriterien auszuwählen…"

Isa Martens

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