"Pinkel"-Polizist auf frischer Tat ertappt: Shitstorm!

Da sagt man immer, die Schweizer seien so korrekt! Doch selbst unter den Mitgliedern der Schweizer Exekutive gibt es schwarze Schafe. Ein Anrainer erwischte einen Polizisten, der öffentlich an eine Hausmauer pinkelte. Seitdem gehen die Wogen in der Zivilbevölkerung hoch. Aber auch bei den Kollegen von der Polizei findet der Pinkler kein Verständnis.

Ein Polizist hat sich im Churer Rossboden-Quartier, rund 50 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt, kürzlich offenbar unbeobachtet gefühlt. Dass dem nicht so war, beweist ein Video: Es zeigt den Beamten, wie er an eine Hauswand uriniert und dann schnell wieder ins Polizeiauto steigt. Die Aufnahme macht derzeit über Whatsapp die Runde.

"Pinkel-Panne" kostet 140 Euro

Den Schweizern steigt seitdem auch bei eisigen Temperaturen der Blutdruck: "Machen es Passanten auf der Strasse, weil es wirklich ein Notfall ist, gibt es 100 Franken Buße. Aber die Polizei darf natürlich." Tatsächlich kostet das Verrichten der Notdurft auf öffentlichen Plätzen oder an von der Öffentlichkeit einsehbaren Orten in Chur sogar 150 Franken (rund 140 Euro).

Kann auch im Nachhinein bezahlt werden

Passiert ist das Ganze bei den Munitionsmagazinen auf dem Waffenplatzareal Rossboden in Chur. Bei der Churer Stadtpolizei wurde der Vorfall bisher jedoch nicht gemeldet, wie Sprecher Roland Hemmi erklärt. Er schließt zu 100 Prozent aus, dass es sich um einen Stadtpolizisten handelt, da es im Wagenpark in Chur kein solches Fahrzeug gebe.

Bei der Kantonspolizei hingegen kann man weder bestätigen noch dementieren, dass es sich um einen Polizisten aus den eigenen Reihen handelt. "Wäre er von der Kantonspolizei und erkennbar, bekäme er sicher einen Rüffel", beruhigt Sprecherin Anita Senti. Ein solches Verhalten sei ein"No-go". Seine Strafe zahlen muss der Beamte aber nur, wenn ihn die Stadtpolizei Chur straft, da sich der Vorfall in deren Zuständigkeitsbereich ereignete. Das könne sie auch im Nachhinein tun.

"Das geht gar nicht"

"Es ist verständlich, dass ein Polizist auch einmal austreten muss", erklärt Senti. Wenn er bei einem Einsatz irgendwo an einem Waldrand wäre, könne man ein Auge zudrücken. "Aber in der Stadt gibt es so viele Möglichkeiten, eine Toilette aufzusuchen." Das Verhalten des Polizisten sei deshalb ärgerlich. Auch Stadtpolizei-Sprecher Hemmi kann den Vorfall nicht tolerieren. "Der Polizist hat eine Vorbildfunktion. Das geht gar nicht."

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