"Planet Ottakring": Romcom, Strizzis, Wirtschaftswunder

"Planet Ottakring" steht Kopf! Im Grunde ist sich Womanizer Sammy ja stets selbst der Nächste, als die hübsche Valerie im Sechzehnten auftaucht, entdeckt er jedoch plötzlich seine soziale Ader. Der gesamte Bezirk profitiert davon. Sympathische Komödie aus dem Herzen Wiens, Wirtschaftswunder und romantische Verwicklungen inklusive.

"Planet Ottakring" steht Kopf! Im Grunde ist sich Womanizer Sammy ja stets selbst der Nächste, als die hübsche Valerie im Sechzehnten auftaucht, entdeckt er jedoch plötzlich seine soziale Ader. Der gesamte Bezirk profitiert davon. Sympathische Komödie aus dem Herzen Wiens, Wirtschaftswunder und romantische Verwicklungen inklusive.

) ist ein liebenswerter Herzensbrecher, der in Ottakring ein Beisl betreibt und nebenbei ein bisserl mit Gras dealt. Wie praktisch jeder im Bezirk hat er Schulden beim alten Disko (Emilio De Marchi). An sich kein Problem, doch als dieser stirbt, fordert die Kleingangsterchefin Frau Jahn (Susi Stach) an seiner statt die Geldbeträge ein - und bringt die Bewohner Sechzehnten dadurch an den Rand des Ruins.

Zum selben Zeitpunkt taucht die Wirtschaftsstudentin Valerie (Cornelia Gröschel) in Ottakring auf. Kaum im sozialen Hotspot Wiens angekommen, läuft sie Sammy in die Arme. Der verliert keine Zeit und brät die Deutsche unverzüglich an, was trotz unbestreitbaren Funkenflugs eine handfeste Auseinandersetzung verursacht. Schnell erkennt Sammy, dass nur soziales Engagement (und der Widerstand gegen Frau Jahn) den Weg zu Valeries Herz ebnen kann. Und siehe da, mit der Unterstützung von Opa (Lukas Resetarits) und Kumpel Ticket (Sebastian Wendelin), schafft es Sammy tatsächlich, den Menschen Ottakring aus der Patsche zu helfen.

Erfrischend anders, ein bisserl zu schön

Schön, dass das österreichische Kino auch Filme wie "Planet Ottakring" im Repertoire hat! Eine Komödie abseits des Kabarett-Films, die sich zwar an gängigen Romcom-Vorlagen bedient, diese aber keineswegs blind kopiert. Der Film will vor allem unterhalten und baut dazu (erfolgreich) auf Strizzi-Schmäh, charmanten Lokalkolorit und eine gute Ensemble-Leistung. Die soziale/wirtschaftliche Komponente wirkt im ersten Moment etwas befremdlich, qualifiziert sich aber bald als Nebenplot der Kategorie "erfrischend anders".

Steht das Komödiantische (trotz sozialkritischer Untertöne) im Vordergrund, darf man freilich schon mal schönfärben. Regisseur Michael Riebl und Drehbuchautor Mike Majzen überschminken den Sechzehnten aber gar ein bisserl arg. So viel Weltoffenheit, Toleranz und Gemeinschaftsgefühl wie in "Planet Ottakring" hat es in ganz Wien noch nie gegeben. Als kleines Manko (ein Klassiker des österreichischen Kinos) sei zudem die Sprache der Film-Ottakringer erwähnt: Ein Mix aus Dialekt und Hochdeutsch, nicht Fisch, nicht Fleisch, das schmeckt dem Ohr nicht wirklich.

"Planet Ottakring" startet am 14. August in den österreichischen Kinos.

 

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