"Predator Upgrade" ist das beste B-Movie des Jahres

Das Beuschel ist angerichtet! Zwei blutrünstige Aliens nutzen die Erde als Boxring, ein Trupp Ex-Soldaten gerät dazwischen.

Friedlich expandiert das Weltall vor sich hin, weit entfernte Sterne funkeln gülden vor schwarzem Hintergrund, als zwei Raumschiffe durchs Bild preschen und den galaktischen Frieden mit bombastischen Soundeffekten in den Boden stampfen. Fiepende Laserkanonen untermalen eine Verfolgungsjagd, die sich bereits dem Ende zuzuneigen scheint, als ein Wurmloch das kleinere Vehikel rettend in Richtung Erde katapultiert.

Dem "Predator"-Fan im Kinosessel bricht inzwischen der Angstschweiß aus. Hoch sind seine Erwartungen an den Sci-Fi-Actioner, zeichnet doch kein Geringerer als Shane Black, Franchise-Veteran der ersten Stunde und ausgewiesener Action-Profi, für Regie und Drehbuch verantwortlich. Aber dieser Blockbuster-Auftakt, nein, der passt rein gar nicht zur "Predator"-Folklore.

Der Trailer von "Predator - Upgrade":

Früher war's spannender

Im ersten Teil (1987, mit Arnold Schwarzenegger) griff der außerirdische Trophäenjäger erst nach einer guten halben Stunde in die Handlung ein und geisterte bis zum großen Finale nur im schemenhaften Tarnanzug durch den Film. Bloß nicht zu früh die Bestie offenbaren - früher ein Eckpfeiler des Horror-Genres. Teil zwei (1990, mit Danny Glover) hielt sich an das Rezept; erst wurden lediglich die neuen "Spielsachen" des Predators vorgeführt, bevor er selbst in Erscheinung treten durfte.

Zum Glück, ein (absichtliches) B-Movie

Anno 2018 hält man wenig von Verzögerungstaktik und Spannungsaufbau, dafür geht es äußerst grausig zur Sache. Keine fünf Minuten sind vergangen, als der dank Wurmloch auf der Erde gestrandete Predator sein Gesicht zeigt. Ein halbierter Leichnam klatscht ihm dermaßen viel Kunstblut an den Kopf, dass der Alien trotz Tarnvorrichtung sichtbar wird.

An dieser Stelle darf der verschwitzte Fan aufatmen. Die Blockbuster-Allüren gehen mit eineinhalb zugedrückten Augen als ironische Seitenhiebe auf das Mainstream-Kino durch, "Predator - Upgrade" ist ein B-Movie und will auch nichts anderes sein. Zurücklehnen also und die Splatter-Effekte, die tiefen Wortmeldungen und die Arnie-Referenzen genießen.

Genetisch verbessert

Der skrupellose Regierungsbeamte Traeger (Sterlin K. Brown) nimmt den Wurmloch-Predator gefangen. Um den einzigen Augenzeugen, den Scharfschützen Quinn McKenna (Boyd Holbrook) mundtot zu machen, wird dieser mit kriminellen/psychisch kranken Ex-Soldaten in einen Gefangenen-Transport gesteckt. In weiser Voraussicht hat Quinn allerdings Teile der Predator-Ausrüstung an seinen Sohn (Jacob Tremblay) geschickt, um die Alien-Geschichte später beweisen zu können. Der Bub untersucht das Equipment und lockt damit einen genetisch verbesserten Predator - den Verfolger des Wurmloch-Predators - an. Um seinen Sohn zu schützen, türmt Quinn mitsamt seiner neuen Freunde und einer feschen E.T.-Biologin (Olivia Munn). Treager ist ihnen dicht auf den Fersen.

Fazit

"Predator - Upgrade" ist weder so gut wie Teil eins, noch so gut gemeint wie Teil zwei, aber zumindest ein unterhaltsames, unverfrorenes B-Movie mit Beuschel-Garantie. Auf die Gentechnik-Story und die teils haarsträubenden CGI-Effekte (Stichwort Predatorhunde) hätte Shane Black trotzdem besser verzichtet.

"Predator - Upgrade" startet am 13. September 2018 in den österreichischen Kinos.

(lfd)

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KinoKinoOlivia Munn

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