"Pusteblumen" machen Windrad zum Kunstwerk

200 Folien geben Wiens ältestem Windrad ein neues Kleid. Bei der Montage kämpfen die Industriekletterer nicht nur gegen den Wind, sondern auch mit "eingeschlafenen" Hintern und Insekten.
Es soll ein "poetisches Zeichen" für die Energie des Windes werden. In den vergangenen Wochen wurde Wiens ältestes Windrad auf der Donauinsel (Donaustadt) mit einer weißen Folie beklebt, ab heute folgen die orangen Motive. "Heute" durfte bei der ersten Etappe der Klebeaktion als einziges Medium dabei sein.

Das Windrad wurde 1997 von der Wien Energie errichtet. 22 Jahre später erhält es nun ein neues Gesicht und ist damit, nach den Windrad Unterlaa an der S1 erst das zweite Windrad Mitteleuropas, das mit Folien zum Kunstwerk wird. In rund 600 Arbeitsstunden montieren die Industriekletterer der Wiener Neustädter Skyworkers Seehofer GmbH insgesamt UV-beständigen und langlebigen 200 Folien. Damit diese an die Wand des Windrades geklebt werden können, sind diese in kleinere Einzelteile zerschnitten. Bei ihrer Arbeit, die sie bis auf schwindelnde Höhe von rund 50 Meter bringt, müssen sie besonders genau sein, damit das Motiv dann auch genau passt.

"Arbeit nicht so gemütlich, wie es aussieht"

Wer schon einmal versucht hat, ein Buch mit einer Klebefolie zu versehen, weiß wie schwierig es ist, das ohne Luftblasen zu schaffen. Bei dem konischen Windrad, das sich nach oben verjüngt und noch dazu rund ist, ist die Aufgabe noch schwieriger.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Dementsprechend vorsichtig bekleben Alexander B. (25) und Attila B. (44) die bunten Pusteblumen an die Metallwand. Mit einem Plastikspatel drücken sie auch die feinsten Luftbläschen hinaus. Das dauert seine Zeit und hat eine unangenehme Nebenwirkung: "Uns schlafen dabei schon öfter unsere Hinterteile ein, das ist nicht ganz so gemütlich, wie es vielleicht aussieht", schmunzelt Alexander gegenüber "Heute".

Magnete halten Kletterer und Klebefolien "bei der Stange"

Mittels in Stoff gewickelten leistungsstarken Magneten wird das Motiv an der Wand gehalten. Das ist wichtig, denn wenn in 30 Meter Höhe die Folien davon wehen, müssen sich die Kletterer den ganzen Weg nach unten abseilen und über eine enge Hühnerleiter im Inneren des Windrades wieder nach oben klettern. Ein weiterer Magnet, der an dem Klettergerüst angebracht ist, verhindert, dass Alexander und Attila vom "Winde verweht" werden. In rund drei Wochen soll das neue Kleid des Windrades dann fertig sein und schon von weitem für Windkraft werben.

Das Motiv stammt von der St. Pöltner Künstlerin Katharina Kothmiller und ist der Siegerbeitrag des vergangenen Windkraft-Kunst-Wettbewerbs. Der heurige Wettbewerb läuft noch bis 15. September 2019. Alle Infos dazu findest Du hier.

Windkraft-Chef fordert vom Bund rasches Ökostromgesetz

"Die Gestaltung des Windrads ist ein poetisches Bild davon, wie leicht uns natürliche Energiequellen zur Verfügung stehen", erklärt Kothmiller. Das kann auch Stefan Moidl von der IG Windkraft nur unterstreichen. "Derzeit gibt es in ganz Österreich rund 200 Windkraftanlagen, die fix und fertig geplant sind und deren Bau schon morgen beginnen könnte. Doch weil es noch immer kein neues Ökostromgesetz gibt, hängen die Projekte in der Luft", so Moidl zu "Heute".

Er hofft nun auf einen Beschluss, der bereits am 25. September erfolgen könnte. Denn an diesem Tag beschäftigt sich der Nationalrat mit dem Ökostromgesetz. "Es ist schon seltsam, dass die Politik immer über Klimaschutz spricht, aber dann wichtige Projekte blockiert. Dabei wäre das wichtig, denn durch die Windkraft könnten zwei Prozent des heimischen Strombedarfs gedeckt werden", so Moidl.

Weltweit erste Windrad-Slackline auf der Donauinsel

Das Windrad auf der Donauinsel ist auch medial es der bekanntesten. Etwa durch die Slackline, die im Juni 2015 zwischen dem Windrad und einem Kran gespannt wurde. Damals spazierte Peter Auer, Slackline-Staatsmeister, über die weltweit erste Slackline dieser Art. Auch damals ging es darum, auf die umweltfreundliche Stromerzeugung durch die Windkraft aufmerksam zu machen.



(Quelle: Youtube/IG Windkraft)

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