"Putsch" bei der AfD: Ohne Herzogin in Wahl

Die deutsche Rechten schicken ein Spitzenduo in die Bundestagswahl. Parteichefin Frauke Petry und Beatrix von Storch wurden ausgebootet.
Vor kurzem hatte Parteichefin Frauke Petry nach Querelen in der Partei erklärt, nicht als Spitzenkandidatin in den deutschen Bundestagswahlkampf zu gehen. Samstag wurde dann auch noch ihr Antrag auf Kurskorrektur abgeschmettert.

Gestern rechneten dann alle damit, dass ihre Wegbegleiterin Beatrix von Storch (eine geborene Herzogin von Oldenburg) ins Spitzenteam zur Bundestagswahl gewählt wird. Denkste! Vizeparteichef Alexander Gauland und Alice Weidel schafften es. 68 Prozent der Delegierten stimmten für die beiden Politiker. Die Bundestagswahl findet am 24. September statt.

Gauland, rechtsnationaler AfD-Pfeiler

Gauland (76), Ehrenvorsitzender der Partei in Brandenburg, gilt als einer der einflussreichsten AfD-Politiker. Er weist zurück, dass es in der Partei rassistische und fremdenfeindliche Tendenzen gibt. Aber: Als sich der Thüringer Parteichef Björn Höcke im Jänner abfällig über das Holocaust-Mahnmal ("Denkmal der Schande") in Berlin geäußert hatte, richtete sich Gauland gegen Petry, die ein Parteiausschlussverfahren gestartet hatte.

In Person von Weidel zieht die AfD mit einer eine Ökonomin an der Spitze in den Wahlkampf. Sie geriet allerdings in der Vergangenheit mit Jörg Meuthen, dem zweiten Bundessprecher der AfD, aneinander. Sie war vergangenen März bei der Wahl zur Landesvorsitzenden in Baden-Württemberg gescheitert.

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Neben der Besetzung der Spitzenkandidaten wurde auch das Wahlprogramm abgesegnet. Jährliche Mindestabschiebequoten, die Ablehnung jeglichen Familiennachzugs, Ausbürgerung von kriminellen Migranten und ein Anti-Islam-Kurs sind darin festgehalten.

Und Petry? Sie ist hochschwanger mit ihrem fünften Kind. vier davon stammen aus ihrer ersten Ehe mit einem Pastor. Seit Dezember ist sie mit dem nordrhein-westfälischen AfD-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell verheiratet. Er hat aus einer ersten Ehe ebenfalls vier Kinder. Macht dann jetzt 9.

Petry will (vorerst?) Parteivorsitzende bleiben. "Wir brauchen sie in der Partei", sagte Gauland gestern unter tosendem Applaus. Viele aber rechnen damit, dass er Petry bald nachfolgen wird.

Petrys Ehemann kündigt eigenen Kurs in NRW an

Marcus Pretzell kündigte an, einen anderen Kurs als die Bundespartei einzuschlagen. "Personell – wie inhaltlich", betonte er. (aj)

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