Gute Nerven und viel Geduld: Das brauchen die Mitarbeiter im Bürgerservice St. Pölten. Pro Monat wickeln sie 3000 Anfragen vor Ort, per E-Mail oder Telefon ab. Kuriosester Fall war ein angeblich gestohlenes Müllauto. Am lästigsten sind uneinsichtige Parksünder. Da könnten wir ein Buch schreiben, erzählt Leiterin Judith Zeidlinger.
Bis zehn Uhr ist der Andrang am größten in der Bürgerservicestelle im Rathaus. Letztens sind die Leute bis vor die Tür gestanden, so Gabriele Korbula. Sie gibt Erst-Infos, verkauft Parkscheine, Bustickets, schreibt Straßenmusikern Bewilligungen. Auch für Beschwerden hat sie ein offenes Ohr. Klassisch ist Ärger über eine zu hohe Hecke. Detail-Fragen sind erlaubt: Wie komme ich zum Kalender von der Schallaburg-Schau? Das sind Gefälligkeiten. Nicht jeder kann im Internet recherchieren, so Korbula. An den Wachdienst weiterleiten muss sie Pkw-Lenker, die sich beschweren, weil sie eine Strafe ausgefasst haben.
Kurios: Ein St. Pöltener, der in Bulgarien urlaubte, sieht auf der Straße ein Fahrzeug mit der Aufschrift Müllauto der Landeshauptstadt. Er ruft beim Bürgerservice an, fragt, ob uns ein Fahrzeug abgeht. Korbula ging der Sache nach: Der Wagen wurde verkauft, die Firma hat ihn nicht überpinselt. Zuletzt wollten sie aufgebrachte Anrufer zum Schwänejagen motivieren. Die Tiere hatten nämlich am See die Liegewiese verdreckt.
ecz