'Revival' - So stark hat man Eminem lange nicht gehört

Seit dem 15. Dezember ist das neue Album von Marshall Mathers heraußen. Der Rapper kehrt darauf zu alter Höchstform zurück.
Noch vor ein paar Wochen hätten wohl nur die wenigsten damit gerechnet, dass das Musikjahr 2017 mit einem großartigen HipHop-Album zu Ende gehen wird.

Doch mit der Ankündigung von Eminems "Revival" schien diese Möglichkeit nicht mehr ganz ausgeschlossen. Jetzt ist es endlich da. Und es wird dem Hype, der nach der Veröffentlichung der Single "Walk on Water" entstanden ist, absolut gerecht. So stark und abwechslungsreich hat man den 45-jährigen Musiker schon lange nicht mehr auf einem Album gehört.

Highlights mit Gastmusikern

Neben dem zuvor erwähnten Duett mit Beyoncé stechen beim ersten Durchhören vor allem jene Tracks hervor, auf denen Em von Gastmusikern unterstützt wird. Gemeinsam mit Alicia Keys spricht er in dem epischen "Like Home" das momentan in den USA vorherrschende politische Klima an und geizt darin auch nicht mit unterschwelliger Kritik am derzeitigen Präsidenten Trump.

Mit P!nk ("Need Me"), Skylar Grey ("Tragic Endings") und den X Ambassadors ("Bad Husband") gibt es den textlich zutiefst persönlichen Seelenstrip. Auf seine unverwechselbare Art und Weise rappt er seine Unsicherheiten, seine Fehler und Ängste ins Mikrofon. Speziell der Track "Bad Husband"zählt zu den emotionalen Highlights auf "Revival".

Schneller wird es auf "Nowhere Fast", auf der Eminem von der jungen R&B-Sängerin Kelhani begleitet wird. Die poppige Uptempo-Nummer hätte als Remix-Version durchaus Hit-Potential in Clubs.

Song von Super-Fan Sheeran

Den Song "River" hat Eminem keinem Geringeren als dem derzeit wohl erfolgreichsten Musiker der Welt zu verdanken. Ed Sheeran erzählte kurz vor der Veröffentlichung von "Revival", dass er das Lied auf der Farm von Russell Crowe in Australien geschrieben hat. Sheeran gilt als großer Eminem-Fan, als Jugendlicher überwand der Superstar sein Stottern, indem er unzählige Stunden lang zu dessen Tracks rappte.



Doch auch ohne Gastmusiker kann Eminem auf voller Länge überzeugen und überraschen. So zweckentfremdet er für den Track "Remind Me" den Rock-Klassiker "I Love Rock'n'Roll" von Joan Jett und mach daraus einen rockigen HipHop-Song, zu dem man nur schwer die Füße stillhalten kann.

Ähnliches passiert mit dem 90er-Hit "Zombie" von den Cranberries. Auch hier wird das Original-Instrumental nicht großartig verändert, sondern nur leicht adaptiert und mit einem fetten Beat unterlegt. Eminem rappt ein paar wütende Zeilen drüber, fertig ist die Nummer "In Your Head".

Seine Drogenvergangenheit und den Tod seines Freundes und D12-Kumpels Proof verarbeitet er sehr persönlich im Lied "Arose", das er über die Bette Midler-Ballade "The Rose" rappt.

Fazit

Auf dem insgesamt 19 Nummern starken "Revival" enttäuscht Eminem seine Fans absolut nicht. Wer ihn zu seinen Anfangszeiten schon geliebt hat, der kommt auch jetzt nur schwer an ihm vorbei. Ob der Vielzahl an balladesken Tracks mit Gastmusikern ist "Revival" auch jenen Leuten, die ihn speziell wegen seines Überhits "Stan" mögen, ans Herz zu legen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Revival" ist ab dem 15. Dezember 2018 auf Vinyl, CD, Stream und als Download verfügbar.







Nav-Account heute.at Time| Akt:
USAKritik/RezensionMusikMusikvideoAlbumEminem

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen