"Ruhe!" Retter müssen Schreie der Kinder hören

Die Rettungsarbeiten bei einer eingestürzten Schule in Mexiko-Stadt werden durch den Lärm herumstehender Personen erschwert.
Bei den Bergungsarbeiten in der durch das Erdbeben eingestürzten Schule Colegio Enrique Rébsamen haben die Hilfskräfte die herumstehenden Personen darum gebeten, still zu sein. "Bitte seid still! Wir arbeiten gerade daran, die Kleinen zu retten!" Nur so könne man die Hilfeschreie der unter den Trümmern gefangenen Kinder hören. Retter versuchten mit Schaufeln und Händen Überlebende aus den Trümmern des Gebäudes im Stadtviertel Coapa, in dem sich auch ein Kindergarten befindet, zu bergen.



Eine Augenzeugin bittet via Twitter zudem darum, die Gegend zu meiden. Der Lärm vor Ort sei zu groß, um die Kinder hören zu können.

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Das Lärmproblem besteht auch an anderen Unglücksorten. So weisen Retter teilweise mit Schildern, auf denen "Silencio" ("Ruhe") geschrieben steht, herumstehende Personen an, sich still zu verhalten. Für diese Bitte ist nach dem Beben zudem ein Symbol entstanden: Einsatzkräfte weisen mit erhobener Faust darauf hin, dass sie versuchen, in den Trümmern Stimmen von Überlebenden zu hören. Dieses Symbol kommt auch vor dem Colegio Rébsamen zum Einsatz, wie auf Twitter-Posts zu sehen ist.





Präsident kam auf Besuch

Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto hat in der Nacht auf heute die Helfer besucht. "30 Kinder sind verschwunden, und von 8 Erwachsenen fehlt jede Spur. Sie zu finden, ist das Ziel der Rettungsarbeiten", sagte er der Presse vor Ort. Auf Twitter werden derweil Listen der geretteten Kinder verbreitet. Es wird darum gebeten, diese weiterzuverbreiten, um deren Familien so früh wie möglich informieren zu können.

Während des heftigen Erdbebens in Mexiko-Stadt sind mindestens 21 Kinder beim Einsturz ihrer Schule getötet worden, mindestens 11 Schüler konnten lebend aus den Trümmern gerettet werden. Einzelne Medien berichten von 26 getöteten Schülern. Vier Erwachsene seien bei dem Unglück ums Leben gekommen.

Vor den Trümmern warteten verzweifelte Eltern auf Nachricht von ihren Kindern. Helfern gelang es, Kontakt zu einer verschütteten Lehrerin und zwei Kindern herzustellen. Weitere 209 Schulen in Mexiko-Stadt wurden geschlossen, 15 davon seien schwer beschädigt, sagte Bildungsminister Aurelio Nuño Mayer.

(jm)

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