"Runner Runner": Pokern mit Affleck und Timberlake

Justin Timberlake und Ben Affleck scheffeln auf Costa Rica das große Geld mit einer Plattform für Online-Glücksspiele. Die Yachten sind fett, die Mädchen sind leicht und das Leben könnte süßer nicht sein. Weil "Runner Runner" aber mehr sein möchte als ein MTV-Clip à la Pitbull und Konsorten, sorgt Regisseur Brad Furman mit Betrug, Geldwäsche und Korruption für den nötigen Thrill.

scheffeln auf Costa Rica das große Geld mit einer Plattform für Online-Glücksspiele. Die Yachten sind fett, die Mädchen sind leicht und das Leben könnte süßer nicht sein. Weil "Runner Runner" aber mehr sein möchte als ein MTV-Clip à la Pitbull und Konsorten, sorgt Regisseur Brad Furman mit Betrug, Geldwäsche und Korruption für den nötigen Thrill.

Zunächst zum Titel des Films: Die Phrase "Runner Runner" entstammt dem Poker-Jargon, genauer gesagt jenem des  Texas hold 'em . In der weltweit populärsten Poker-Variante kombiniert der Spieler zwei verdeckt erhaltene Karten mit einem Pool an Gemeinschaftskarten, die offen auf den Tisch gelegt werden. Einsätze können vor und nach dem Flop (drei Karten werden offen aufgelegt), nach dem Turn (eine vierte Karte folgt) und nach dem River (die fünfte und letzte Karte wird aufgelegt) gemacht werden.

Trifft ein Spieler mit Turn und River die richtigen Karten und verwandelt so ein wertloses Blatt in eine zählbare Hand, spricht man von "Runner Runner". Zum Beispiel: zwei Herz auf der Hand, eines im Flop, anschließend bringen Turn und River Herz - der Spieler hat einen (Runner Runner) Flush. Die Chancen, auf diese Art zu gewinnen, sind verschwindend gering…

Plot

) ist nicht gerade vom Glück verfolgt. Seinen aussichtsreichen Job samt siebenstelligem Bonus macht ihm die Wirtschaftskrise zunichte, und der Dekan der renommierten Princeton-Universität droht, ihn wegen Förderung illegalen Glücksspiels von der Uni zu schmeißen. Dabei hat sich Richie nichts zuschulden kommen lassen. Er vermittelt lediglich Kommilitonen und Professoren an Online-Plattformen, die, rechtlich abgesichert, Sportwetten und Pokerrunden anbieten.

Schluss damit, gebietet der Dekan, was Richie in die missliche Lage versetzt, die anstehenden Studiengebühren auf andere Art und Weise aufstellen zu müssen. Er setzt alles auf eine Karte und sein letztes Geld in einem Online-Poker-Turnier ein. Nach gutem Beginn verliert Richie dabei sein gesamten Ersparnisse. Bei jedem guten Blatt des Studenten stiegen die Gegenspieler aus, jeden Bluff nutzten sie unbarmherzig aus - Richie wittert Betrug.

Attack the Block

Anstatt seine Vermutungen im Internet zu veröffentlichen, will Richie direkt an die Quelle gehen, um sein Geld zurückzuerlangen. Er fliegt nach Costa Rica, wo Ivan Block (), der Betreiber der verhängnisvollen Online-Plattform, residiert. Trickreich verschafft sich Richie eine Audienz bei Block, der ihm nicht nur das verlorene Geld rückerstattet, sondern ihm auch einen Job anbietet.

) ihn die Mangel nimmt, erkennt Richie, dass Block Übles im Schilde führt und ihn ins Verderben stürzen könnte.

Popstar vs. Filmtalent

Auf dem Premierenteppich von "Runner Runner" war Ben Affleck, seines Zeichens Oscarpreisträger (Drehbuch zu Good Will Hunting) und , voll des Lobes für Schauspielkollege Justin Timberlake. Er arbeite so hart, er habe so viel Talent, es sei eine unglaubliche Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten. Ja, das klang schon ein wenig verdächtig nach der Art Fanpost, die Karl-Heinz Grasser vor laufender TV-Kamera zum Besten geben würde.

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Brauchbare Unterhaltung

Vielleicht liegt es aber auch am wackeligen Handlungsgerüst des Films. Schon allein, dass der betrogene Online-Zocker mal schnell nach Costa Rica jettet, um seinen Betrüger (erfolgreich) zu stellen, wirkt an den Haaren herbeigezogen. Hinzu kommt noch, dass Affleck zwar einen passablen Bösewicht abgibt, dieser allerdings nicht halb so böse ist wie der durchschnittliche Hollywood-Kleinganove. Kleiner Tipp am Rande: Wenn man seine Widersacher den Krokodilen zum Fraß vorwirft, sollte man sie nicht wieder aus dem reptilienverseuchten Wasser retten.

"Runner Runner" ist ein Film für verregnete Sonntagnachmittage. Überschaubare Action, sehr wenig Gewalt - ein Streifen, der mehr Entspannung als Spannung verspricht. Brauchbares Unterhaltungskino, zwei Hollywood-Feschaks inklusive.

"Runner Runner" startet am 18. Oktober in den österreichischen Kinos.

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