"Salz auf unserer Haut"-Autorin Benoite Groult tot

Bild: Esby

In Frankreich lange als Porno-Autoin verschrien, in Deutschland, Österreich und dem Norden gefeiert: Benoite Groult, Autorin von "Salz auf unserer Haut" starb in der Nacht auf Dienstag. Sie wurde 96.

In Frankreich lange als Porno-Autoin verschrien, in Deutschland, Österreich und dem Norden gefeiert: Benoite Groult, Autorin von "Salz auf unserer Haut" starb in der Nacht auf Dienstag. Sie wurde 96.

Mit ihrem autobiografischen Roman "Salz auf unserer Haut" ("Les vaisseaux du coeur") sorgte Groult in ihrer Heimat Frankreich nach dem Erscheinen 1988 für einen Skandal. "Pornographie", meinten die meist männlichen Kritiker abschätzig über die heimliche Liebesgeschichte zwischen einer gebildeten Pariserin und einem bretonischen Fischer. Weltweit wurde das Buch zum Bestseller. 

Penis mit Ironie beschrieben: Das verziehen ihr die Kritker nicht

Groult meinte, die Franzosen hätten ihr nicht verzeihen können, dass sie "männliche Sexualattribute mit Ironie" beschrieben hätte. In Deutschland allein verkaufte sich der Roman zehnmal so oft wie in Frankreich. Zwei Jahre lang hielt sich das Buch auf der Bestsellerliste. Groults Roman wurde auch verfilmt. Die Autorin war vom Ergebnis allerdings enttäuscht. Der Regisseur hätte sich vor der starken Frauenfigur gefürchtet. Er wollte sogar ein Happy-End in den Film schreiben lassen, wo es im Buch keines gab. 

Groult, am 31. Jänner 1920 in Paris geboren, war erst Lehrerin, wechselte dann zum Journalismus und wurde schließlich Autorin. Sie gilt als eine der prominentesten Feministinnen Frankreichs. Sie setzte sich für das Recht auf Abtreibung und Sterbehilfe ein. 

In der Nacht auf Dienstag starb Benoite Groult im Schlaf. 

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