"Seine Lustlosigkeit zerstört die Beziehung"

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Nach einer kurzen Trennung hatten Livia und ihr Partner den Sex ihres Lebens. Doch nun ist alles wieder wie vorher. Was tun?
Frage von Livia (29) an Doktor Sex: Mein Freund und ich sind seit sechs Jahren ein Paar und haben zwei Kinder. Vor einiger Zeit verspürte er keine Lust mehr auf Sex. Egal, wann und wie ich mich ihm nähern wollte: Er stieß mich weg. Wir trennten uns dann kurz. Dann hatten wir aber plötzlich so guten Sex wie noch nie. Deshalb entschieden wir uns, zusammenzubleiben und an der Beziehung zu arbeiten.

Jetzt ist aber wieder alles beim Alten. Mein Partner ist erneut total lustlos und passiv. Ich frage mich daher, ob er nun vielleicht ganz aufgegeben hat und sich gar nicht mehr zu mir hingezogen fühlt. Wenn ich ihn nach dem Grund frage, sagt er, er sei müde und gestresst. Versuche ich, ihm näherzukommen, wird er wütend und behauptet, ich würde ihn mit meinen Annäherungsversuchen einengen.

Durch seine Lustlosigkeit entsteht immer mehr Distanz zwischen uns. Gleichzeitig wird mein Frust von Tag zu Tag größer. Ich liebe meinen Freund und möchte mit ihm zusammen sein und an unserer Beziehung arbeiten. Jedoch möchte ich auch nicht, dass er sich in unserer Partnerschaft gefangen fühlt und dadurch unglücklich ist. Wie soll ich mich in Zukunft ihm gegenüber verhalten?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Livia

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Sexuelle Lustlosigkeit in Beziehungen ist ein verbreitetes Phänomen. Waren es vor ein paar Jahrzehnten vorwiegend Frauen, die davon betroffen waren, sind es mittlerweile mehr und mehr auch Männer, die keinen Impuls mehr spüren, sexuell aktiv zu werden. Die möglichen Gründe dafür sind vielfältig, jedoch noch wenig erforscht.

CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Neben Stress in der Beziehung und bei der Arbeit gehört dazu sicher auch die grenzenlose Verfügbarkeit pornografischer Darstellungen aller Art. Die unendlich vielfältige Flut von Bildern und Filmen bietet eine Form von "Abwechslung", die den mit der Zeit zwangsläufig eintönigen sexuellen Alltag in einer länger dauernden Beziehung konkurrenziert.

Ihr habt beschlossen, an eurer Beziehung zu arbeiten. Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist daraus aber nicht wirklich etwas geworden. Ihr hattet plötzlich super Sex und den habt ihr genossen, bis die Qualität nach einer gewissen Zeit wieder nachließ. Ich denke daher, es ist nun an der Zeit, eurem Vorsatz Handlungen folgen zu lassen.

Offensichtlich ist, dass dein Mann müde ist, Stress hat und sich durch dein Verhalten eingeengt fühlt. Anders ausgedrückt: Es geht aus seiner Sicht im Moment gerade nicht um eure Beziehung, dich oder die aus deiner Sicht fehlende Anziehung. Jedoch scheint er nicht in der Lage oder willens zu sein, dir dies klar und deutlich zu sagen.

Woran das liegt, ist schwierig zu sagen. Vermutlich scheinen ihm die Konsequenzen, die er sich dadurch einhandeln würde, zu hoch, verglichen mit dem Nutzen, den er daraus ziehen würde. Und dies hat wahrscheinlich auch mit dir zu tun. Wenn du also wirklich willst, dass sich etwas ändert, solltest du ihm zeigen, dass du Verständnis hast für seine Situation und wirklich bereit bist, ihm zuzuhören, mit ihm zusammen eure Situation zu überdenken und das zu ändern, was nicht mehr stimmt. Alles Gute!

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