"Sharknado" auf ernst, mit gefräßigen Alligatoren

Ein Hurrikan tobt in Florida und macht Menschen zu Reptilien-Futter. Viel Spaß mit dem Creature Feature "Crawl".
Die Kleinstadt Brightrock steht unter Wasser, es schüttet weiter wie aus Kübeln, und die Straßen sind kaum noch passierbar. Die Sportschwimmerin Haley (Kaya Scodelario, bekannt aus "Maze Runner" und "Fluch der Karibik") fährt trotzdem mitten in den Sturm hinein, um ihren Vater Dave (Barry Pepper) zu suchen, der nicht an sein Handy geht.

Sie findet ihn verletzt im Kriechraum (ein Art niedriger Keller) unter seinem Haus, doch die Rettung misslingt, weil zwei riesige Alligatoren den Weg nach draußen versperren. Der steigende Wasserpegel zwingt Haley und Dave jedoch zu einem verzweifelten Fluchtversuch.

Der Trailer von "Crawl":



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Feucht, nicht fröhlich



Die Angst des Menschen vor trüben Gewässern inspiriert Hollywood seit mehr als sechs Jahrzehnten. Ob nun Dianoga, das Monster aus der schwarzen Lagune oder die Anaconda unter der Oberfläche lauert, solange kreischende Opfer in die Tiefe gezogen werden, bricht Gänsehaut im Kinosaal aus.

Das heißt, wenn die Special-Effects passen, wenn der Cast mit ein wenig Schauspieltalent gesegnet ist, statt nur durch große Busen und stählerne Muckis zu glänzen, und wenn sich die Kreativ-Abteilung nicht zu sehr beim "Weißen Hai", "Jurassic Park" oder einem anderen Kassenschlager bedient hat.

Keine Monster, sondern "Gators"



"Crawl" erfüllt diese Kriterien und punktet zusätzlich mit einem exzellenten Produktionsdesign, dem man die CGI-Tricks nur selten ansieht. Düster und sehr sehr nass sieht es in Brightrock aus. Ein weiterer Pluspunkt: Das Protagonistenfeld bleibt überschaubar und entgeht damit dem altbekannten "Zehn kleine Kinderlein"-Prinzip.

Ja, die Alligatoren werden schon ein wenig dämonisiert (Stichwort leuchtende Augen), bleiben aber gefährliche Tiere, statt zu Ungeheuern zu mutieren. Im Gegensatz zum Trash-Klassiker "Sharknado" mit seinen fliegenden Haien ist "Crawl" übrigens ansatzweise realistisch. "Gators" können nach Hurrikans in Florida tatsächlich eine Gefahr darstellen. Dabei dürfte aber weit weniger (Kunst)blut fließen.



"Crawl" ist ein sehenswertes Creature Feature. Die Qualität des Films schlägt sich auch im Einspielergebnis nieder. In den USA schnappte er sich laut "Box Office Mojo" bislang 37 Millionen Dollar und damit knapp das Dreifache der Produktionskosten. "Crawl" startet am 23. August 2019 in den österreichischen Kinos.

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