"Shisha macht mindestens so süchtig wie Zigaretten"

Wasserpfeife zu rauchen kann schwere gesundheitliche Folgen haben.
Wasserpfeife zu rauchen kann schwere gesundheitliche Folgen haben.Bild: iStock
Verlockende Aromen und mehr Nikotin auf einmal: Wasserpfeifen können laut der Tabakprävention schnell abhängig machen.

An einer Shisha zu ziehen, birgt mehr Suchtpotenzial als angenommen. Bereits bei einem wöchentlichen Konsum können bei Jugendlichen Abhängigkeitserscheinungen auftreten. Dies schreibt die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz im Hinblick auf den "Welttag ohne Tabak" der Weltgesundheitsorganisation WHO vom 31. Mai.

"Die Jugendlichen haben oft das Gefühl, Shishas seien etwas völlig anderes als Zigaretten. Dabei machen sie mindestens so süchtig wie Zigaretten", präzisiert Wolfgang Kweitel, Kommunikationsmanager Politik bei der Arbeitsgemeinschaft.

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Höheres Suchtpotenzial möglich

Beim Rauchen einer Shisha inhaliere man hundertmal mehr Tabak und nehme daher auch größere Mengen Nikotin auf als bei Zigaretten, führt Kweitel aus. "Da der Körper mehr Nikotin auf einmal aufnimmt, kann das Suchtpotenzial im Vergleich zum Zigarettenkonsum sogar größer sein."

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Die verlockenden Aromastoffe mit Geschmacksrichtungen wie Apfel, Banane oder Vanille verstärken laut Kweitel das Suchtpotenzial zusätzlich. "Konsumenten empfinden den Rauch dadurch als milder und tendieren dann eher dazu, tiefer zu inhalieren und mehr zu rauchen." Beim Zigarettenkonsum seien die Aromastoffe weniger offensichtlich. "Der Rauch wird stärker wahrgenommen, was die Zigarette weniger schnell attraktiv machen kann als die Shisha."

Beim Rauchen einer Wasserpfeife wird im Vergleich zur Zigarette zudem eine deutlich größere Rauchmenge freigesetzt. "Eine Wasserpfeife ist daher so schädlich wie eine ganze Packung Zigaretten", heißt es in der Medienmitteilung.

Dreimal höhere Teerablagerung

Die Arbeitsgemeinschaft hält fest, dass jede Art des Rauchens der Lunge Schaden zufügt. Besonders gefährdet sind auch Personen, die zu Joints greifen. "Cannabiskonsumentinnen und -konsumenten neigen dazu, tiefer zu inhalieren und den Atem länger in der Lunge zu behalten, was zu einer dreimal höheren Teerablagerung führt."

Die Verbrennung von Cannabis bildet darüber hinaus viele Toxine, Reizstoffe und Karzinogene, die auch bei der Verbrennung oder Erhitzung von Tabak entstehen.

Rauchen als Auslöser für Krebs

In der der Schweiz erkranken jährlich 4.300 Personen an Lungenkrebs, wobei etwa in 85 Prozent der Fälle das Rauchen der Auslöser ist, schreibt die Arbeitsgemeinschaft weiter. Rund 400.000 Menschen in der Schweiz sind von der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD betroffen. Etwa 90 Prozent der COPD-Patienten rauchen oder haben geraucht. Die Krankheit führt im schlimmsten Fall zu einer chronischen Atemnot. Ein besonders hohes COPD-Risiko tragen Personen, die in jungen Jahren mit dem Rauchen begonnen haben.

Zurzeit befindet sich der Entwurf zum Tabakproduktegesetz in der Überarbeitung. Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention fordert weiterhin, dass ein umfassendes Werbe-, Sponsoring- und Promotionsverbot in der Schweiz eingeführt wird.

Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung raucht. Davon greifen viele Personen im Jugendalter erstmals zum Glimmstängel. Ein Rauchstopp senkt das Lungenkrebsrisiko laut der Arbeitsgemeinschaft innerhalb der nächsten zehn Lebensjahre um 50 Prozent.

(B. Zanni)

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