"Situationselastisch" und "Negerkonglomerat"

Österreich hat gewählt: Gerald Klug und sein Ausdruck "situationselastisch" sorgten schon im Februar für Twitter- und Internet-Spott, nun wurde der Ausdruck zum "Wort des Jahres 2014". Das Unwort stammt ebenfalls von einem Politiker. Ex-FPÖler Andreas Mölzer regte in einer Wahlkampfrede mit dem Ausdruck "Negerkonglomerat" auf. Die Rechnung bekommt er jetzt präsentiert.
auf. Die Rechnung bekommt er jetzt präsentiert.

"Situationselastisch" wurde mit 42 Prozent aller Stimmen zum "Wort des Jahres 2014" gewählt. Minister Klug wollte damit erklären, warum Kanzler und Vizekanzler künftig nicht zu jedem Pressefoyer kommen. "Populär wurde der Begriff nicht zuletzt aufgrund seiner prägnanten Unverbindlichkeit, die verschiedene ironische Verwendungen ermöglicht", begründete die Jury. Das nutzten Twitter-User und verarschten den Minister wegen seiner Wortschöpfung gehörig.

Vom Unwort zum "Wort"

"Aufgrund dieser Mehrdeutigkeit und begrifflichen Vielfältigkeit hat sich das Wort zwischenzeitlich von einem potenziellen Unwort zu einem geflügelten Wort entwickelt, was es zu einem würdigen Wort des Jahres macht", so die Jury. Platz zwei schaffte das Wort Hypotopia. Die Studenten der TU Wien bauten ein , um zu zeigen, was man mit den 19 Milliarden Euro, die das Hypo-Desaster noch kosten könnte, alle machen hätte können.

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Unwort des Jahres: "Negerkonglomerat"

Ex-FPÖ-EU-Kandidat Andreas Mölzer nahm den beim EU-Wahlkampf in den Mund. Rassistisch und abwertend empfand nicht nur die Jury den Sager. Auf Platz zwei landete "GrünInnen". Damit sollten die Grünen und ihre Unterstützung für eine gendergerechte Sprache schlecht gemacht werden.

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Jugendwort: "Selfie"

Nicht neu, nicht innovativ und jeder weiß, was es heißt: "Selfie" wurde zum Jugendwort. Allerdings sind Handy-Schnappschüsse von sich selbst mehr. Auf Platz zwei landete "fail" ("grober Fehler", "Versagen")

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Spruch des Jahres: "Jetzt hat uns die den Schaas gwonnen"

Das rutschte ORF-Moderator Andi Knoll beim Song Contest heraus, nachdem sich schnappte. "Es handelt sich dabei nicht nur um einen originellen Ausspruch, sondern auch um eine Handlung, die große Spontanität und Mut des Sprecher zeigt", meinte die Jury.

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Wieder punktete ein Ex-Politiker. Ex-ÖVP-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner fand Es ging bei dem Gespräch um Hinrichtungen in Saudi-Arabien, die freitags stattfinden.

Bei der Vorwahl zum Wort des Jahres gab es insgesamt 2.120 Einsendungen, bei der Wahl selbst wurden 36.040 Stimmen abgegeben.
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