"Spring doch": Nachbarn treiben Flüchtling in den Tod

Bild: dpa/epa
In der thüringischen Stadt Schmölln haben Anwohner einen jugendlichen Flüchtling offenbar zum Suizid aufgefordert. Der 17-Jährige aus Somalia sprang am Freitagnachmittag aus dem Fenster eines Hauses. Wenig später erlag er seinen schweren Verletzungen im Spital. Mitarbeiter der Unterkunft für Flüchtlinge berichteten, dass Anwohner "Spring doch!" gerufen hätten.
In der thüringischen Stadt Schmölln haben Anwohner einen jugendlichen Flüchtling offenbar zum Suizid aufgefordert. Der 17-Jährige aus Somalia sprang am Freitagnachmittag aus dem Fenster eines Hauses. Wenig später erlag er seinen schweren Verletzungen im Spital. Mitarbeiter der Unterkunft für Flüchtlinge berichteten, dass Anwohner "Spring doch!" gerufen hätten.

Die Polizei wurde von den Mitarbeitern alarmiert, weil der junge Flüchtling in der Unterkunft randalierte. Als die Beamten eintrafen, saß der Jugendliche auf dem Fensterbrett. Seinen Sprung konnte die Polizei nicht mehr verhindert. Im Polizeibericht ist von den Rufen nichts zu lesen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Doch der Geschäftsführer der Betreuungseinrichtung bestätigte der Zeitung, dass die Mitarbeiter die Rufe zweifelsfrei gehört hätten.

In der Wohngruppe für unbegleitete Minderjährige sind elf weitere Flüchtlinge im Alter von 15 bis 18 Jahren einquartiert. Bisher soll es mit der Nachbarschaft keine größeren Probleme gegeben haben, so Hirsch.

 

Der Bürgermeister von Schmölln zeigte sich entsetzt. Ihm zufolge sollen "Schaulustige" den Vorfall beobachtet und den 17-Jährigen zum Springen aufgefordert haben.


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