"The Great Perhaps" im Test: Kurze Denkpause

In "The Great Perhaps" kehrt ein Astronaut auf die Erde zurück. Dort wartet auf ihn eine von Naturkatastrophen zerstörte Umgebung mit Rätseln.
Das Szenario von "The Great Perhaps" für PC ist zwar nicht ganz neu, aber dennoch spannend: Ein Astronaut erwacht nach einem Jahrhundert auf seiner Raumstation und sieht die Erde als beinahe toten Planeten. Gemeinsam mit der Künstlichen Intelligenz der Raumstation will er bei seiner Rückkehr auf die Erde herausfinden, was denn da genau passiert ist.

In weiten Teilen zeigt sich "The Great Perhaps" des russischen Entwicklerstudios Caligari Games als klassisches Puzzle-Adventure, das aber ein besonderes Element bietet. So findet der Astronaut auf der Erde eine Laterne, deren Licht Bruchstücke der Vergangenheit erhellen kann, die der Spieler für kurze Zeit zu erforschen fähig ist.

Grafisch gibt es gewohnte Kost. Die handgezeichneten 2D-Hintergründe sind schön anzusehen und zeigen einen melancholischen Stil, der sich auch durch die Handlung zieht. Etwas seltsam mutet die Spielfigur an, der dickliche Astronaut will sich nicht so ganz in die Spielwelt einfügen und wirkt teils wie ein Fremdkörper am Bildschirm. Doch ist das auch mit ein Grund, dass das Spiel eine eigenständige Note bekommt.

Nachholbedarf bei der Steuerung

Bei der Steuerung hat das Game noch etwas Aufholbedarf. Zwar sind die Geschicklichkeitsspiele in "The Great Perhaps" nicht allzu schwer, doch die minimal verzögerte und eher langsame Reaktion der Spielfigur auf Tastenbefehle legt uns immer wieder Stöcke zwischen die Beine. So muss man manchmal beispielsweise vor einer schwarzen Kreatur flüchten, rennt dabei aber ungewollt in Hindernisse und steckt fest.

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CommentCreated with Sketch.0 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Auch bei der Genauigkeit treten teils Probleme auf. So lässt sich oft nicht erkennen, ob die Spielfigur tatsächlich gerade mit dem gewünschten Objekt interagiert oder nicht, wenn man es aktivieren will. Ein Inventar zum Nachsehen von Items oder Benachrichtigungen, dass ein Mechanismus aktiviert wurde, gibt es nämlich nicht. Generell ist der Astronaut sehr eingeschränkt: Er bewegst sich nach links und rechts, springt, wirft Gegenstände, nutzt seine Laterne und betätigt Objekte und Maschinen.

Atmosphärisch große Klasse

Viele der Ärgernisse werden aber von der Atmosphäre des Spiels ausgeräumt. So macht sich beim Spielen ein Gefühl der Einsamkeit breit, die immer wieder von unserer KI-Begleiter durchbrochen wird. Während man fühl, wie es auf einer scheinbar leeren Erde sein würde, setzt uns das Spiel keine faden Antworten vor. Vieles im Spiel muss der Spieler selbst entdecken und sich noch mehr im Gedanken vorstellen.

Was passiert sein könnte, zeigen die Zeitsprünge mit unserer Laterne. Sie sind jeweils nur wenige Augenblicke lang, lassen uns aber auf Personen, Bauten und Hinweise vor der großen Katastrophe treffen. Diese Momente sind auch die größte Stärke des Spiels, da bei den Rätseln auch um die Ecke gedacht wurde und sie keine simplen 0815-Abarbeit-Puzzles sind.

Kurz, aber gut

Das Zeitreise-Abenteuer ist leider nach rund drei Stunden auch schon wieder vorbei. Wer über die kleinen Ärgernisse der Steuerung hinwegsehen kann, bekommt in der kurzen Zeit eine schön stimmige Geschichte mit kreativen und nicht zu schweren Rätseln, einen tollen und sich je nach Zeitlinie verändernden Soundtrack und eine schöne Denkpause in Spielform.



Puzzle- und Rätselfreunde können hier zugreifen, mit 9,99 Euro auf Steam geht der Preis auch vollkommen in Ordnung. In den Details merkt man die Liebe der Entwickler zu ihrem Spiel. Der Astronaut findet im Laufe des Spiels zum beispiel ein von Pflanzen überwuchertes Skelett – und findet mit der Zeitreise-Lampe nicht nur heraus, dass der Mann Botaniker war, sondern kann sich auch seine Geschichte anhören. Nett gemacht, wie so vieles in "The Great Perhaps". (rfi)

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