"The Jungle Book": Sehenswertes Disney-Remake

Bild: Walt Disney Studios
Die Neufassung des Dschungelbuchs ist ein echter Hingucker geworden.

"Das Dschungelbuch" (1967) zählt zu den größten Zeichentrick-Klassikern der Filmgeschichte. Knapp fünfzig Jahre später kommt ein Computer-generiertes Remake des Abenteuers in die Kinos. (2016) ist überraschend gut geworden...

Disney beherrscht es perfekt, seinen Figuren Herz und Seele einzuimpfen. Egal, ob die Zuseher eine zirpende Grille oder einen piepsenden Blechkasten vor sich haben, sie identifizieren sich sofort mit den herzigen Protagonisten der Animationsschmiede.

Mit "The Jungle Book" kommt nun ein Film in die Kinos, der vollständig in den Green Rooms der Disney Studios gedreht wurde. Von ein paar Statisten abgesehen ist lediglich ein Schauspieler (der junge Neel Sethi als Mogli) in natura auf der Leinwand zu sehen. Die animalischen Dschungelbewohner erweckte man per Motion Capturing zum Leben: Echte Menschen stellten die Bewegungsabläufe der Tiere dar, der Computer fügte Pelz, Schnurrbarthaare und Krallen hinzu.

Kann ein digitaler Blockbuster aus den Großrechnern der Disney-Maschinerie mit den zeitlos lebendigen Evergreens der Produktionsfirma mithalten? Ja, er kann! Der minimale Charme-Verlust, den der Film im Vergleich zum Original aus dem Jahr 1967 hinnehmen muss, ist weniger auf die Computer-Animation, als auf den menschlichen Hauptdarsteller zurückzuführen. Neel Sethi ist eben erst zwölf Jahre alt und "The Jungle Book" sein Spielfilmdebüt. Obwohl der Junge eine passable Leistung abliefert, merkt man ihm die fehlende Erfahrung an. An der Tatsache, dass Disney ein sehenswertes, würdiges Remake des Dschungelabenteuers gelungen ist, ändert das aber nichts.

Mix aus Buch und Zeichentrick

"The Jungle Book" ergänzt die Handlung des Zeichentrickfilms mit Plotelementen aus Rudyard Kiplings Buchvorlagen (1894 und 1895) sowie dem früheren Remake "The Jungle Book: Mowgli's Story (1998)". Der Menschenjunge Mogli wächst in einem Wolfsrudel im indischen Dschungel auf. Als der Tiger Shir Khan auf ihn aufmerksam wird, flieht Mogli mit seinem Beschützer Baghira (im O-Ton von Ben Kinglsey, in der deutschen Fassung von Joachim Król gesprochen) und landet schließlich bei Bär Balu (Bill Murray/Armin Rohde). Der nimmt Mogli bei sich auf und lässt ihn für sich Honig ernten - bis das Kind von einer Horde Affen entführt wird.

Leicht vs. düster

Das Erfolgsrezept von "The Jungle Book" liegt im idealen Mix aus altbewährter Unterhaltung und neuer Ernsthaftigkeit. Die ungewohnte Düsternis, die im Dschungelbuch Einzug hält, wird nicht von Shir Khan, sondern von King Louie (Christopher Walken/Christian Berkel) verkörpert. Der König der Affen träumt von der Herrschaft über das Feuer und sorgt im Film für die angsteinflößendsten Szenen. Wäre "The Jungle Book" nicht als jugendfreier Familienfilm angelegt, hätte Louie einen prächtigen, filmfüllenden Antagonisten abgegeben. So ist es Balu, dem neben Mogli die meisten Szenen gehören.

"The Jungle Book" startet am 14. April in den österreichischen Kinos.

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