"Trains of Thoughts": U-Bahn als Filmkulisse

Bild: Thim Film
Teils hypnotisch, teils meditativ entführt Timo Novotny mit "Trains of Thoughts" in die schier unendlichen Weiten des Untergrundtransportsystems einiger der größten Metropolen der Welt.
Teils hypnotisch, teils meditativ entführt Timo Novotny mit "Trains of Thoughts" in die schier unendlichen Weiten des Untergrundtransportsystems einiger der größten Metropolen der Welt.

Der österreichische Musiker und Regisseur hat sich in New York, Los Angeles, Tokio, Hongkong und Moskau inspirieren lassen, mit unzähligen Leuten gesprochen und schließlich Bilder und Zitate rhythmisch montiert. Entstanden ist ein melancholischer, poetischer, visuell immer wieder faszinierender Filmessay, der am Donnerstag beim Menschenrechtsfestival erstmals in Österreich gezeigt wird. Kinostart ist am Tag darauf.

Novotny, bekannt als Teil der Sofa Surfers und filmisch u.a. mit einem Remix von  Michael Glawoggers  "Megacities" ("Life in Loops") in Erscheinung getreten, bleibt den Großstädten treu und beleuchtet sie diesmal von unten: die Züge, die Rolltreppen, die Tunnel, die Menschen, die Lichter, gerne in schnellem Tempo mit den Bässen der eigenen Band unterlegt und mit längeren Belichtungszeiten. Jede Linie hat ihr eigenes kleines Drama, heißt es einmal, der Zug spiegelt die Stadt wider, ein anderes Mal.

Novotny wählte einen episodischen Stil, trennt die einzelnen Städte durch kurze fotografische Sequenzen in der Wiener U-Bahn, wird am Ende sogar quasi zum Reiseführer. Jede Station ist ein neues Land.

Uraufgeführt wurde "Trains of Thoughts" im Wettbewerb des A-Filmfestivals von Karlovy Vary (Karlsbad), der Film fungierte auch als Eröffnungsbeitrag des Österreich-Pavillons bei der diesjährigen Biennale in Venedig. Als Kinoerlebnis auf jeden Fall sehenswert.

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