"Trotz Vorsicht hat sie beim Sex Schmerzen!"

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Seit dem ersten Mal vor neun Jahren ist es für die Freundin von Max unangenehm, wenn er in sie eindringt. Woran kann das liegen?
Frage von Max (29) an Doktor Sex: Ich und meine Partnerin sind seit neun Jahren zusammen. Seit unserem ersten Mal hat sie Schmerzen, wenn ich beim Sex in sie eindringe. Schon nur ein Finger reicht dafür. Wir probieren auch keine andere als die Missionarsstellung aus, da sie sich dann sofort verkrampft und derart Angst vor Schmerzen hat, dass gar nichts mehr geht. Genügend Feuchtigkeit ist vorhanden und wenn die Scheide mal etwas trocken ist, verwenden wir Gleitmittel. Sobald der Akt beendet ist, sind die Schmerzen und die Verkrampfung weg.

Die Frauenärztin meint, mit ihrem Körper sei alles in Ordnung und die Symptome seien psychisch bedingt. Wir wissen aber nicht, woran es liegt und wie wir etwas verbessern könnten. Sie hat Lust und will es. Ich bin vorsichtig und zärtlich. Und trotzdem treten Schmerzen auf. Was sollen wir machen? Lohnt sich das Aufsuchen eines Paartherapeuten? Ich habe Angst, dass unsere Beziehung daran zerbrechen wird, denn ein Leben mit so wenig oder gar keinem und eintönigem Sex kann ich mir auf Dauer nicht vorstellen.

Antwort von Doktor Sex

Lieber Max

Schmerzen beim Eindringen des Penis treten bei jungen Frauen ziemlich häufig auf. Sie sind meist auf muskuläre Verspannungen in der Scheide und/oder im Beckenboden und/oder auf einen Mangel an der vom Körper selbst produzierten Gleitflüssigkeit zurückzuführen.

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Oft sind die Gründe für die Verspannungen psychischer Natur. Eine zentrale Rolle spielen dabei Unsicherheiten oder Ängste – beispielsweise vor einer unerwünschten Schwangerschaft. Aber auch Erlebnisse aus der Vergangenheit, Beziehungsstress oder die Furcht vor bestimmten Sexualpraktiken können Ursachen sein.

CommentCreated with Sketch.0 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Es geschieht immer wieder, dass Erkrankungen auch von Ärzten nicht entdeckt werden. Es scheint mir daher wichtig, dass deine Freundin sich eine Zweitmeinung einholt. Auch wenn ihre Gynäkologin sicher eine gute Ärztin ist: Sie kann etwas übersehen haben oder in einem Teilbereich ihres Fachgebietes nicht auf dem neusten Wissensstand sein.

Falls auch bei dieser Untersuchung keine körperliche Ursache gefunden wird, macht es Sinn, den Blick auf die psychische Ebene zu lenken. Jedoch scheint mir eine Einzeltherapie dafür geeigneter zu sein. Falls notwendig kann das Setting zu einem späteren Zeitpunkt dann immer noch auf die Paarbeziehung ausgedehnt werden.

Da die Schmerzen schon so lange vorhanden sind, haben sie sich tief ins Körperbewusstsein eingeprägt. Es ist daher möglich, dass der Körper deiner Freundin beim Sex aus einem unbewussten Automatismus heraus in eine erhöhte Spannung geht, auch wenn gar keine äussere Ursache vorhanden ist und dadurch Schmerzen entstehen.

In einer Verhaltenstherapie könnte sie Techniken und Meditationen lernen, die ihr helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und ihre Genitalregion wieder als Bereich in die Gesamtwahrnehmung des Körpers zu integrieren, die völlig gesund ist und keiner erhöhten Aufmerksamkeit bedarf. Viel Glück!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@heute.at

(wer)

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