"Trumbo": Typisches Biopic, genialer Bryan Cranston

Drama über eines der unrühmlichsten Kapitel der Hollywood-Historie: Als Kommunist bekommt Dalton Trumbo (Bryan Cranston) Ende der 1940er ein Arbeitsverbot auferlegt. Im Verborgenen schreibt der Drehbuchautor jedoch weiter und straft die repressiven Sittenhüter seiner Ära Lügen.

Drama über eines der unrühmlichsten Kapitel der Hollywood-Historie: Als Kommunist bekommt Dalton Trumbo () Ende der 1940er ein Arbeitsverbot auferlegt. Im Verborgenen schreibt der Drehbuchautor jedoch weiter und straft die repressiven Sittenhüter seiner Ära Lügen.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bricht eine schwere Zeit für Kommunisten in den Vereinigten Staaten an. Die Nazis sind besiegt, die Sowjets und ihre "roten" Werte werden zum neuen Feindbild. Viele Amerikaner, die der Partei beigetreten sind, um für bessere Arbeitsbedingungen und gerechte Bezahlung zu kämpfen, sehen sich nun mit drakonischen Strafen konfrontiert.

Hollywood und seine Drehbuchautoren stehen ganz oben auf der Agenda der Kommunistenjäger - schließlich eignet sich das Kino besonders gut dazu, den Soviet Way of Life zu propagieren. Unter der Führung von Dalton Trumbo (völlig zu Recht Oscar-nominiert: Bryan Cranston) setzen sie sich zur Wehr, landen aber dennoch im Gefängnis und anschließend auf der berüchtigten schwarzen Liste. Wessen Name darauf steht, der findet in Hollywood keine Arbeit.

Trumbo schreibt unter diversen falschen Namen weiter. Seine Familie (unter anderem Diane Lane und Elle Fanning) leidet zwar unter der Heimlichtuerei, doch bald ist der Drehbuchautor für einen Oscar nominiert...

Genialer Cranston

"Trumbo" ist eine der besseren Geschichtsstunden, die uns Hollywood in regelmäßigen Abständen serviert. Dabei sollte sie das gar nicht sein. Biopic-Dramen scheitern meist an der selbstauferlegten Verpflichtung, ihren Protagonisten nicht nur gerecht zu werden, sondern ihre Geschichte auch von Anfang bis Ende zu erzählen. Die detailreiche Chronologie wird fälschlicherweise für den Grundpfeiler eines realistischen Porträts gehalten. Auf einen 500-Seiten-Wälzer mag das zutreffen, auf einen knapp zweistündigen Film tut es das nicht.

als schmuddeliger Filmproduzent sind ebenfalls hervorragend, gehen im Plot aber unter.

Ein kurzer Nachsatz: Versteht man die Aufregung um die schwarze Liste in "Trumbo" nicht ganz, bietet es sich an, "Hail, Caesar!" zu Rate zu ziehen. Der Coen-Film zeigt in humoristisch überspitzter Form, was sich die amerikanischen Sittenwächter unter kommunistischen Drehbuchautoren vorstellten: Verbrecherische Intellektuelle in Vorbereitung einer Sowjet-Invasion.

"Trumbo" startet am 11. März in den österreichischen Kinos.

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