"Tschüss" verdrängt "Servus" und "Pfiati" aus dem Al...

Die österreichische Jugend tendiert im alltäglichen Sprachgebrauch immer mehr zu Deutschlandismen. Waren es in jüngerer Vergangenheit noch Anglizismen, die selbsternannte Sprachwächter auf die Palme brachten, so sind es nun Wörter wie "Tschüss", "Schweinebraten" und "Pickel" die ihr österreichisches Pendant verdrängen. Das fand eine Studie der Universität Wien heraus.

Die österreichische Jugend tendiert im alltäglichen Sprachgebrauch immer mehr zu Deutschlandismen. Waren es in jüngerer Vergangenheit noch Anglizismen, die selbsternannte Sprachwächter auf die Palme brachten, so sind es nun Wörter wie "Tschüss", "Schweinebraten" und "Pickel" die ihr österreichisches Pendant verdrängen. Das fand eine Studie der Universität Wien heraus.
Drei Linguisten werteten für ihre Studie zur Rolle des österreichischen Standarddeutsch als Bildungs- und Unterrichtssprache an österreichischen Schulen ausgefüllte Fragebögen von mehr als 1.250 Schülern und 160 Lehrern aus. 

Dabei stellten das Forschungstrio als unerwartetes Nebenprodukt der Studie eine generationsspezifische Tendenz zum deutlich erhöhten Gebrauch von sogenannten Deutschlandismen im allgemeinen Sprachgebrauch fest. In 30 Beispielsätzen hatten die Testpersonen die Möglichkeit, entweder Austriazismen oder Deutschlandismen zu verwenden.

Schweinsbraten/Schweinebraten

Bub/Junge, in die Schule gehen/zur Schule gehen, Schweinsbraten/Schweinebraten, schmeckt sehr gut/ist sehr lecker - lauteten einige der Beispiele. Insgesamt 61 Prozent der Lehrer und nur 49 Prozent der Schüler entschieden sich für die Austriazismen.

Eine spezielle Frage beschäftigte sich mit der Grußformel, die die Testpersonen im Alltag verwenden. Hier machte "Tschüss" mit 79 Prozent bei den Schülern vor "Ciao" (32%), "Servus" (22%) und "Baba" und "Pfiati" (je 10%) das Rennen. Bei den Lehrern war die Verteilung etwas anders - "Tschüss" (60%), "Servus" (50%), "Pfiati" (31%), "Ciao" (23%) und "Baba" (22%).

TV-Konsum mitverantwortlich

Die Studie zeigt deutlich das veränderte Sprachverhalten zwischen den Generationen. Je jünger die Testpersonen waren, desto eher tendierten sie zu Deutschlandismen. Über die genauen Gründe kann nur spekuliert werden. Die Forscher verdächtigen das Medienverhalten junger Menschen, da auch nach dem TV-Konsum gefragt wurde. Wer dort nur deutsche Sender nannte, verwendete auch eher Deutschlandismen im Alltag.
 

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