"Überflutung" mit Flüchtlingen: Jetzt droht Türkei Europa

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Die Europaabgeordneten wollen die Massen-Verhaftungen in der Türkei nicht länger dulden - am Donnerstag wurde vom Europaparlament ein Stopp der Beitrittsverhandlungen gefordert. Die Antwort von Präsident Erdogan folgte auf den Fuß.
Die Europaabgeordneten wollen die Massen-Verhaftungen in der Türkei nicht länger dulden - am Donnerstag wurde Die Antwort von Präsident Erdogan folgte auf den Fuß.

Die Europa-Abgeordneten hatten sich am Donnerstag gegen Erdogan gestellt. Sie werfen dem türkischen Präsidenten "unverhältnismäßige Repressionen" nach dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli vor.
„Passt auf, wenn Ihr noch weitergeht, dann werden diese Grenzübergänge geöffnet. Lasst Euch das gesagt sein“, sagte Erdogan bei einer Rede in Istanbul an die Adresse der Europäischen Union.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim droht Europa ebenfalls mit der Aufkündigung des Flüchtlingspakts: "Wir sind einer der Faktoren, die Europa beschützen. Wenn Flüchtlinge durchkommen, werden sie Europa überfluten und übernehmen. "Die Türkei verhindert das", sagte Yildirim am Donnerstag im Fernsehen.

Ein Einfrieren der EU-Beitrittsgespräche würde Europa deutlich stärker schaden als der Türkei. Das EU-Parlament hatte zuvor nach langen Diskussionen mit breiter Mehrheit dafür gestimmt, die Beitrittsgespräche mit Ankara vorerst auf Eis zu legen. Die Resolution ist für die EU-Kommission und EU-Mitgliedsländer allerdings nicht bindend. Die Türkei reagierte empört darauf.

Viele EU-Länder befürchten, dass die Türkei bei einem Abbruch der Gespräche die Kooperation in der Flüchtlingskrise aufkündigen könnte. Die Zusammenarbeit gilt gemeinsam mit den Kontrollen an der Balkanroute als einer der Gründe dafür, dass sich die Lage in den vergangenen Monaten deutlich entspannt hat.

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