"Unbroken": Kriegsfilm mit persönlicher Note

Angelina Jolie verfilmte die unglaubliche Lebensgeschichte des Amerikaners Louis Zamperini: "Unbroken" ist Kriegsfilm, Drama und Biopic zugleich... und punktet vor allem als individuelle Lebens- und Leidensgeschichte.

verfilmte das bewegte und bewegende Schicksal des Amerikaners Louis Zamperini: "Unbroken" ist Kriegsfilm, Drama und Biopic zugleich... und punktet vor allem als individuelle Lebens- und Leidensgeschichte.

Louis Zamperini wächst als Sohn italienischer Einwanderer in den Vereinigten Staaten auf. Mit Regeln und Autorität steht der Junge auf dem Kriegsfuß, sein Ungehorsam wird nur noch von seiner Sturheit übertroffen. Louis' Bruder Pete sieht jedoch auch großes Potential in dem jungen Taugenichts und beginnt, ihn als Läufer aufzubauen.

Einige Jahre später hat sich Louis (Jack O'Connell) zum Vorzeigeathleten gemausert und darf zu den Olympischen Spielen 1938 in Berlin fahren. Den Sieg verpasst er in seiner Disziplin klar, läuft seine Schlussrunde aber in Rekordzeit. Louis träumt davon, vier Jahre später in Tokio Gold zu holen, doch der Zweite Weltkrieg macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

Anstatt um sportliche Erfolge zu laufen wird Louis Teil einer Bomberbesatzung. Als sein Flieger über dem Pazifik abstürzt, kann er sich mit zwei seiner Kameraden in ein Schlauchboot retten. Einer der beiden stirbt bald darauf, gemeinsam mit dem anderen (Domhnall Gleeson) wird Louis von den Japaner aufgegriffen und gerät in Kriegsgefangenschaft. Es ist der Anfang eines langen Leidensweges, denn ein sadistischer Lageraufseher (Takamasa Ishihara) hat es auf Louis abgesehen.

Oberer Durchschnitt

Wenn Hollywood in den Zweiten Weltkrieg zieht, um die heroische Geschichte eines Soldaten zu erzählen, handelt es sich bei Letzterem zumeist um einen Max Mustermann, einen Durchschnitts-Amerikaner, der als universelle Identifikationsfläche zu dienen vermag.

Zamperini (die Filmfigur) sieht auf den ersten Blick nicht anders aus: Ein junger Weißer aus schwierigen Verhältnissen, der seine patriotische Pflicht erkennt und schließlich zum Helden wird. Schnell stellt sich allerdings heraus, dass Jolie ihren Protagonisten keineswegs als kopiertaugliche G.I.-Vorlage präsentiert, sondern ihn ins Zentrum einer individuellen, unnachahmlichen Story rückt.

Kriegsfilm, Drama und Biopic - "Unbroken" ist alles davon, in erster Linie aber ein Denkmal für (den echten) Louis Zamperini. Das kündigt die Regisseurin bereits an, bevor noch das erste bewegte Bild über den Bildschirm flimmert. Statt des gewohnten "Basierend auf einer wahren Geschichte" beginnt der Film mit dem eingespielten Schriftzug "Eine wahre Geschichte".

Wie genau sich "Unbroken" tatsächlich an das Leben des Louis Zamperini hält, ist für das Publikum freilich nebensächlich. Der Hollywood-Pathos hält sich zwar in Grenzen, ist aber bei Weitem nicht gänzlich aus dem Film verschwunden. Auch den traditionellen Kriegsfilm-Look behielt Jolie bei. Der individuelle Zugang bewirkt jedoch, dass sich "Unbroken" einen Platz im oberen Durchschnitt der US-amerikanischen Zweiter-Weltkriegs-Filme verdient hat.

"Unbroken" startet am 15. Jänner im Kino.

 

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