Eine eigene Steuer für Untaugliche als Ersatz für den Wehrdienst? Nach Schweizer Vorbild will das Oberösterreichs Militärkommandant auch hierzulande einführen. "Heute" hat berechnet, was das Männer kosten würden.
Eine eigene Steuer für Untaugliche als Ersatz für den Wehrdienst? Nach Schweizer Vorbild will das Oberösterreichs Militärkommandant auch hierzulande einführen. "Heute" hat berechnet, was das Männer kosten würden.
Wer nicht dient, löhnt – was in der Schweiz gilt, regt Generalmajor Kurt Raffetseder für Österreich an. In ORF-Oberösterreich warb der Kommandant am Mittwoch für eine "Wehrersatzsteuer". SPÖ und ÖVP schlossen am Mittwoch nicht aus, dass die Arbeitsgruppe zur Heeresreform (Mikl-Leitner, Kopf, Darabos, Ostermayer) den Vorschlag zumindest "diskutiert".
Wie funktioniert die Schweizer Regelung? Das erklärt die "Eidgenössische Steuerverwaltung" in Bern auf "Heute"-Anfrage: Untaugliche müssen bis zum vollendeten 30. Lebensjahr drei Prozent ihres Jahreseinkommens als Wehrersatzsteuer abgeben. Ausnahmen gibt es nur bei Invalidität. In Summe sind 95,5 % der Untauglichen steuerpflichtig.
Laut Statistik Austria verdienen Männer im Alter von 20–29 Jahren im Schnitt 21.920 pro Jahr. Jeder Untaugliche (2011 waren es 13.000) müsste im Schnitt damit jährlich 660 Wehrersatz zahlen. Skispringer Gregor Schlierenzauer
(untauglich, weil taub auf einem Ohr) müsste 36.000 berappen, denn laut Schätzungen hat er im Vorjahr 1,2 Mio. verdient. Junge Nationalratsabgeordnete, die untauglich waren, müssten immerhin 3.430 blechen.
P. Reidinger, E. Nuler