"Vier Pfoten"-Aktion für ehemalige Karussell-Ponys

Das Ponykarussell im Prater wurde 2016 geschlossen. Trotzdem müssen einige Vierbeiner weiter auf einer Reitbahn arbeiten, kritisiert "Vier Pfoten".
Um auf das Schicksal der Tiere aufmerksam zu machen, werden die Tierschützer daher heute, Freitag, von 14 bis 16 Uhr beim Prater Haupteingang (Gabor Steiner Weg) im Rahmen einer Aktion neben Informationen auch Helium-Luftballons und Süßigkeiten an Passanten verteilen.

Das ehemalige Ponykarussell im Prater war eine Attraktion für Groß und Klein. Einziges Manko: Die Pferde mussten oft stundenlang bei lauter Musik stupide im Kreis laufen. Der Druck von Tierschützern und Besuchern wurde immer größer, nach 129 Jahren schloss das Fahrgeschäft 2016 seine Pforten.

Alle Ponys in Pension?

"Vier Pfoten" wollte den wohlverdienten Ruhestand der Tiere sichern. Isabel Groschopf, Prokuristin des Betreibers, versprach laut der Tierschutz-Organisation, dass alle Ponys in "Pension" gehen dürfen. "Stimmt nicht", kontert Alexander Meyer-Hiestand, Inhaber des ehemaligen Ponykarussells, "wir haben nie vereinbart, dass alle Ponys in Pension gehen dürfen."

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Sechs Tiere arbeiten auf der Reitbahn

Laut Meyer-Hiestand dürfen aber immerhin 19 der insgesamt 25 ehemaligen Karussell-Ponys einen geruhsamen Lebensabend verbringen, zum Teil im Prater, zum Teil in anderen Bundesländern. Die restlichen sechs Tiere – Anka (9 Jahre), Mani (10 Jahre), Dolly (17 Jahre), Maxi (20 Jahre), Felix und Patricia (beide 21 Jahre) – sind derzeit weiter auf der Reitbahn von Meyer-Hiebein tätig: "Dolly und Patricia gehen wahrscheinlich in nächster Zeit zu einem Mädchen als Reitpony. Auch für Maxi haben wir vielleicht einen Platz."

Im Kreuzfeuer der Kritik stehen oft die Bedingungen, unter denen die Tiere arbeiten müssen. Dazu meint Meyer-Hiebein: "Die Pferde sind täglich maximal vier Stunden auf der Reitbahn. Jedes Tier kommt am Vor- oder am Nachmittag auf die betriebseigene Koppel. Alle zwei bis drei Monate werden die Ponys auch für längere Zeit auf eine Weide nach Ebreichsdorf (NÖ) gebracht."



Tierschützer planen Aktion

Für "Vier Pfoten" ist das nicht akzeptabel: „Nach all den Jahren Arbeit wollen die Betreiber weiterhin Geld mit den Tieren machen – natürlich auf deren Rücken, nicht nur sprichwörtlich. Die alten Tiere wurden einfach umgeschult. Wir finden das schlicht unanständig", so Indra Kley, Leiterin von "Vier Pfoten" Österreich.

(cz)

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