Szene

"Vorstadtweiber": Verzweifelt, reich & hinterhältig

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:05

"Desperate Housewives" im Wiener Stil: In der der ORF-Produktion "Vorstadtweiber" kämpfen fünf Frauen (u.a. Nina Proll und Maria Köstlinger) gegen ihre Existenzängste und um ihre, vom jeweiligen Gatten gesponserten Bankkonten. Sex wird auch eine große Rolle spielen, wie Nina Proll im Interview verriet. Die Serie kommt 2015 ins Fernsehen.

. Die Serie kommt 2015 ins Fernsehen.

) Panik zu schieben. Denn Sabine wurde das Kleingedruckte in ihrem Ehevertrag zum Verhängnis. Ihr (Ex-)Gatte muss ihr keinen Cent zahlen, nachdem er sie vor die Tür gesetzt hat.

Die "Vorstadtweiber" schmieden daher einen Plan, sich für den Fall der Fälle abzusichern. Das Timing könnte nicht besser sein, denn ihre Ehemänner (), allesamt Geschäftsmänner, planen gerade einen gemeinsamen, nicht ganz legalen Deal. Die Damen nutzen diese Gelegenheit schamlos aus…

In weiteren Rollen sind u.a. verfasste die Drehbücher.

Mehr über die Hauptfiguren von "Vorstadtweiber" erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Nina Proll: "Alles ein bisschen überzeichnet"

Nina Proll meint über ihre Rolle: "Ich spiele Nicolette Huber, eines von den 'Vorstadtweibern', die eigentlich die Einzige ist, die als Boutiquenbesitzerin einen wirklichen Beruf ausübt, die selbstständig und nicht von einem Mann abhängig ist. Sie hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann, und ihr großes Thema ist, die erste Frau im Leben dieses Mannes zu werden und nicht die Zweite zu bleiben."

Ob Druck tatsächlich nötig ist, um über sich hinauszuwachsen? "Man braucht Extremsituationen, um sich selbst kennenzulernen, das glaube ich schon. In Extremsituationen erfährt man etwas über sich, über seine Ängste, sein Können, seine Fähigkeiten. Manchmal wächst man dann über sich hinaus. Manchmal scheitert man daran."

 Wie sich das Frauenbild in dieser Gesellschaftssatire zusammenfassen lässt? "Natürlich sind diese Frauen, die wir darstellen, Klischees. Alles ein bisschen überzeichnet, aber Klischees entstehen ja auch oft aus einem bestimmten Grund, weil es einen Kern von Wahrheit gibt. Und ich glaube, dass es diese Art von Frauen, die sich stark über den Mann definieren, immer gegeben hat und auch immer geben wird, dass jede Frau ein bisschen davon in sich trägt und man sich diese Identität als Frau erkämpfen und bewahren muss. Das ist für Männer offenbar viel selbstverständlicher als für Frauen."

Gerti Drassl: "Es geht stark um Masken innerhalb der Gesellschaft"

Gerti Drassl spielt Maria Schneider, Ehefrau und Mutter eines 16-jährigen Sohnes, die alle gemeinsam mit der Schwiegermutter unter einem Dach leben. Über die Serie sagt Drassl: "Es geht stark um Masken innerhalb der Gesellschaft, darum, was ich repräsentieren möchte und wie es mir wirklich geht. Das betrifft auch ganz stark meine Figur, und so muss Maria einen Weg zu sich hin finden. Das zu entdecken und zu spielen ist für mich sehr spannend. Und dabei sehe ich auch vieles, was ich bis jetzt noch nicht gekannt habe, oder etwas, das ich zwar schon gekannt habe, aber nun mit anderen Augen sehe. Das ist auch eine der besonderen Qualitäten dieser Serie, hinter die Fassaden blicken zu können, zu sehen, was man nach außen hin repräsentiert und was man sein will."

Maria Köstlinger: "Die Alarmglocken müssen läuten"

Maria Köstlinger spielt die aus altem Adel stammende Waltraud Steinberg: "Die Walli, Waltraud, ist eine unendlich direkte Person, die immer das sagt, was sie denkt, das auch sehr frech, manchmal sogar unter der Gürtellinie. Sie ist eine, die sich auch alles nimmt, wenn sie es braucht, sich nichts schenkt - und auch wirklich davon überzeugt ist, dass man so durchs Leben gehen kann. Mit ihrem Mann führt sie eine recht eigene Beziehung, einen Machtkampf, der, wenn man hinschaut, vielleicht nicht ganz so nett aussieht - und trotzdem eine anscheinende gewisse Anziehung für beide hat."

Ob es im Leben Extremsituationen braucht? "Ich befürchte, dass es viele Dinge gibt, die im Leben passieren müssen, um wirklich über sich selbst hinaus wachsen zu können. Ich glaube, dass der Mensch so strukturiert ist, dass immer erst etwas passieren muss und die Alarmglocken läuten müssen. Und bei den 'Vorstadtweibern' ist es offensichtlich auch so."

Martina Ebm als "Vorstadtweiber"-Nesthäkchen

Martina Ebm spielt Caroline Melzer, das Nesthäkchen unter den "Vorstadtweibern": "Die Caro ist eine Frau, die sehr bodenständig ist, und weiß, was sie will. Gut verheiratet und gleichzeitig auch sehr umtriebig. Sie ist noch sehr jung und hat einen Mann, der einiges älter ist. Das ist nicht immer leicht für sie."

Ob es Ähnlichkeiten zwischen Rolle und Person gibt? "Man sucht natürlich immer etwas, das einen mit der Figur verbindet, aber es ist auch spannend, die Figuren zu spielen, die nichts mit einem selbst gemeinsam haben - und da finde ich auch sehr viele Anknüpfungspunkte." Was sich die Zuseher erwarten dürfen? "Die Serie ist sehr witzig, spontan und modern - auf eine ganz eigene Art."

Adina Vetter als "ehemaliges 'Vorstadtweib'"

"Ich bin eines der 'Vorstadtweiber' - oder eher ein ehemaliges 'Vorstadtweib'", sagt Adina Vetter über ihre Rolle der von ihrem Ehemann verlassenen, mittellosen Sabine Herold, "Ich komme wieder dazu, weil ich ausgestoßen wurde. Rausgeschmissen vom Ehemann, weil er eine Neue hat, kein Geld, weil ich keinen Ehevertrag gemacht habe. Ich habe ja aus Liebe geheiratet - das macht man nicht. Und jetzt stehe ich da mit einem Koffer und ein paar Schuhen."

 

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