"Warum hat Erdogan Angst vor Menschen wie mir?"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (l.) hat zahlreiche Journalisten wie Max Zirngast in der Türkei verhaften lassen.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (l.) hat zahlreiche Journalisten wie Max Zirngast in der Türkei verhaften lassen.Bild: Kein Anbieter/imago stock & people, Twitter
Der Österreicher Max Zirngast sitzt seit September ohne Anklage in türkischer Haft. Nun erschien in der "Washington Post" ein Text von ihm darüber.
Seit September sitzt der Österreicher Max Zirngast in türkischer Haft – nach wie vor ohne eine Anklage oder konkrete Vorwürfe. Wie bei vielen seiner türkischen Kollegen lautet der nebulöse Vorwurf auf "Terror-Propaganda und Unterstützung", da Zirngast unter anderem aus den Kurdengebieten im Südosten der Türkei berichtete.

In einem Artikel in der "Washington Post", der auf seinen Briefen aus dem Gefängnis basiert, erzählt er von seiner frühmorgendlichen Festnahme am 11. September diesen Jahres und seiner Haft seitdem. Darüber hinaus rechnet er mit der Türkei unter Erdogan ab. "Ich bin ein Journalist in einem türkischen Gefängnis. Warum hat Erdogan Angst vor Menschen wie mir?", ist der Artikel dementsprechend betitelt.

"Perverse Bestätigung des Autoritarismus"

"Meine Verhaftung war eine perverse Bestätigung des Autoritarismus, den ich in den vergangenen paar Jahren aufgezeichnet habe und gegen den ich aufgetreten bin", so Zirngast. Vorgeworfen wurden ihm in Verhören unter anderem Bücher, die aus seiner beschlagnahmt wurden (die er aber nicht geschrieben hat), Verbindungen zur sozialdemokratischen Friedrich-Ebert-Stiftung (die er nie hatte) und ein Artikel über die Türkei im linken US-Magazin "Jacobin", in dem er Erdogan beleidigt haben soll.

CommentCreated with Sketch.18 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. "Sie nahmen davon Abstand, mich offiziell anzuklagen, stattdessen halten sie mich auf Basis vager Terrorwürfe fest", so der Student, Journalist und Aktivist.

Zirngast befindet sich im Sincan-Gefängnis in Ankara. Der Verdacht gegen den Aktivisten lautet seinen Anwälten zufolge auf Mitgliedschaft in einer linksgerichteten "terroristischen Vereinigung". Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

(red)

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