"Was wollen Männer eigentlich?"

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Nora wünscht sich nichts sehnlicher als eine Beziehung. Doch entweder sehen die Männer in ihr nur eine gute Kollegin oder dann wollen sie bloß Sex. Macht sie etwas falsch?

Frage von Nora (20) an Doktor Sex: Ich bin nun bereits seit drei Jahren Single und wünsche mir wieder eine feste Beziehung. Aber alle Männer, die ich kennenlerne oder schon kenne, sehen in mir entweder nur eine Kollegin oder dann wollen sie bloß Sex. Sie mögen mich zwar, finden mich auch attraktiv und genießen meine Gesellschaft, aber mehr liegt nicht drin. Ich bin sehr unabhängig, habe eine eigene Meinung und ich finde, dass man sich in einer Beziehung viel Freiraum lassen sollte. Kann es sein, dass dies auf die Männer anfangs anziehend wirkt, sie sich aber letztlich etwas Anderes wünschen für eine feste Beziehung? Oder vermittle ich ihnen vielleicht das Falsche?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Nora

Beides ist möglich. Weil Männer – genauso wie Frauen auch – aber individuell sehr verschieden sind, ist es unmöglich, deine Frage auf der von dir angestrebten verallgemeinernden Ebene zu beantworten. Aber Möglicherweise spielt genau diese Verallgemeinerung, also die Reduktion einer Gruppe von sehr unterschiedlichen Menschen auf ihr biologisches Geschlecht und dadurch allenfalls in Erscheinung tretende Haltungen, Denk- und Verhaltensweisen eine entscheidende Rolle bei deinem "Problem".

Interessant scheint mir in diesem Zusammenhang die Diskrepanz, die sich zeigt, wenn man deine differenzierte Selbstdarstellung mit dem plakativ einfachen Bild vergleicht, das du von "den Männern" zeichnest. Könnte es sein, dass sich im Verhalten "der Männer" dir gegenüber nur spiegelt, wie banal und reduzierend deine Haltung und dein Denken über Menschen des männlichen Geschlechts sind? Oder bist du vielleicht einfach ein wenig zu sehr mit dir selber beschäftigt?

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Du stellst dich als unabhängige und starke Frau mit einer eigenen Meinung dar. Ich denke, diese Eigenschaften solltest du grundsätzlich auch jedem Mann zugestehen, dem du begegnest. Indem du dies tust, eröffnet sich nämlich die Möglichkeit für eine Auseinandersetzung, die sich nicht primär an Kategorien wie Sympathie, Wohlfühlen, Aussehen und Geschlecht orientiert. Und es steht dann auch nicht mehr im Vordergrund, vom Wunsch nach einer Beziehung geleitet etwas Besonderes sein oder etwas Bestimmtes vermitteln zu wollen – also eine Rolle zu spielen. Hauptsache ist dann einzig und allein Echtheit in der Begegnung und im Zusammensein. Und was daraus entsteht, ist offen.

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Man kann eine Beziehung zwar wollen, letztlich führt diese Fokussierung auf ein Resultat aber eher zum Gegenteil dessen, was angestrebt wird. Menschen, die suchen, fallen sofort auf. Sie wirken unnatürlich getrieben, ihr Verhalten ist gekünstelt und berechnend, ihr Lachen immer ein bisschen zu laut und ihr Interesse etwas zu forciert. Ich unterstelle dir nicht, dich so zu geben. Trotzdem möchte ich dich einladen, deine Haltung und das daraus sich ergebende Handeln einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht erkennst du ja den einen oder anderen Zug im Ansatz auch bei dir. (wer)

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