"Wie bringe ich meine Freundin zum Orgasmus?"

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Seit einem Jahr ist René mit seiner Freundin zusammen. In dieser Zeit hatten sie auch schon mehrmals Sex. Jedoch kam sie noch nie zum Höhepunkt.

Frage von René (17) an Doktor Sex: Ich bin seit etwa einem Jahr mit meiner Freundin zusammen. Wir haben schon mehrmals miteinander geschlafen, aber dabei kam sie nie zum Höhepunkt. Das setzt mich sehr unter Druck. Wir haben dieses Thema miteinander besprochen und waren beide der Meinung, dass sich etwas ändern muss. Was kann ich, was können wir tun, damit auch sie Spaß am Sex hat?

Antwort von Doktor Sex

Lieber René

Du glaubst, dass Sex nur dann Spaß macht, wenn er zum Orgasmus führt. Mit dieser Annahme liegst du falsch. Gerade Frauen berichten immer wieder davon, dass der Höhepunkt für Sie nebensächlich und die körperliche Begegnung an sich, also das lustvolle Zusammensein, wichtiger seien. Böse Zungen behaupten zwar, dies sei kein Wunder, denn die meisten Männer seien ja sowieso nicht in der Lage, ihre Partnerin zum Orgasmus zu bringen, weshalb sich die Frauen zwangsläufig mit dem zufriedengeben, was sie bekommen und gute Miene zum für sie unvorteilhaften Spiel machen. Trotzdem: Wer sich vertieft mit Sexualität auseinandersetzt, wird sehr bald feststellen, dass etwas Wahres an der Aussage der Frauen ist. Der Orgasmus spielt insgesamt eine eher untergeordnete Rolle und kommt nicht annähernd an die Intensität mancher Empfindungen und Gefühle während der sexuellen Vereinigung heran.

Nun aber zu deiner eigentlichen Frage.

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Dass dich die Situation unter Druck setzt, ist verständlich. Trotzdem: Stress ist keine gute Voraussetzung für entspannten und gelingenden Sex. Wichtig scheint mir deshalb, dass du das Ganze etwas lockerer angehst. Sex ist kein Sport und die Verantwortung für den Orgasmus deiner Freundin darfst du ruhig bei ihr lassen. Sie ist die Expertin, wenn es um ihren Körper, ihre Lust und ihre Bedürfnisse geht. Zumindest was die Selbstbefriedigung anbelangt, weiß sie also genau, was sie braucht, um zum Orgasmus zu kommen. An diesem Wissen könnt ihr euch orientieren.

Lass dir von deiner Freundin erklären und auch zeigen, wo und wie sie sich berührt beim Sex mit sich selbst. Findet dann heraus, wie ihr diese Techniken bei eurem gemeinsamen Liebesspiel anwenden und wodurch ihr sie allenfalls ergänzen könnt. Begebt euch dafür neugierig suchend und ohne etwas Bestimmtes erreichen zu wollen auf den Weg. Vielleicht entlastet es euch, wenn ihr das Ganze spielerisch angeht und als Forschungsprojekt deklariert. Zum Beispiel, indem ihr eine Ganzkörper-Massage daraus macht, bei der die Genitalregion besondere Beachtung erfährt.

Sinnvollerweise führt ihr parallel zu dieser eher technischen Erkundungsreise auch Gespräche über eure Ideen und Konzepte von und über Sexualität. Gerade wenn man jung ist und noch kaum Möglichkeiten hatte, selber Erfahrungen zu sammeln, läuft man Gefahr, sich nur an dem zu orientieren, was man irgendwo gesehen oder gehört hat. Dies kann zu unrealistischen Vorstellungen und Druck führen. Am besten vergesst ihr einfach mal alles, was euch zu diesem Thema schon begegnet ist. Denn: Auch wenn es zur Sexualität unzählige Studien und Untersuchungen gibt, ist keine davon auch nur annähernd in der Lage, eure ganz individuelle Wirklichkeit abzubilden.

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