"Wie kann ich ihn beim Sex aus der Reserve locken?"

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Jeannes Freund kennt nur eine plumpe Form von Anmache. Sie wünschte sich jedoch von ihm mehr Achtsamkeit.
Frage von Jeanne (28) an Doktor Sex: Ich habe mit meinem Partner schon oft Gespräche geführt über die Frage, was wir dazu beitragen könnten, damit ich mehr Lust empfinde – auf Sex und auf ihn. Für mich ist es nämlich schwierig, wenn er sich einfach neben mich hinlegt und plump fragt: "Sex?" oder gleich damit beginnt, an meinen Brüsten herumzufummeln.

Ich brauche Zeit, um in Stimmung zu kommen. Wenn die Initiative von mir ausgeht, klappts fast immer. Auf meinen Wunsch, mal mit Küssen zu beginnen und etwas achtsamer zu sein, ging er bisher kaum ein. Mir gehen langsam die Ideen aus und ich möchte nicht immer die Führung übernehmen müssen.

In letzter Zeit habe ich ihn oft zurückgewiesen wegen seiner plumpen Anmache. Jedoch hatte ich immer Lust, wenn er mir meinen Raum gelassen hat. Hast du einen Rat, wie ich ihn aus der Reserve locken kann, damit er sich auch noch anders einbringt als nur mit dieser einen plumpen Frage nach Sex?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Jeanne

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Dass zwei Menschen unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen von Sex haben, ist die Regel. Die einzige Möglichkeit, trotzdem ein für beide befriedigendes Sexleben haben zu können, liegt daher in einer offenen Kommunikation und einer echten Bereitschaft, den Sex an sich nicht zu überschätzen, Kompromisse mitzutragen und Differenzen auszuhalten.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Deine Ausführungen zeigen, dass Letzteres derzeit deine Aufgabe ist, weshalb sich mir die Frage aufdrängt, wie groß denn eigentlich das Interesse deines Freundes an dir und deinen Bedürfnissen ist. Es scheint mir daher nicht darum zu gehen, mit ihm über Sex zu reden, sondern seine diesbezüglichen Motivationen und seine Haltung zu eurer Beziehung zu klären.

Ein lieber Kerl zu sein, der sich bemüht, im Alltag seine Sache recht zu machen, der ab und zu mal den Staubsauger zur Hand nimmt oder den Müll rausstellt, sich im persönlichen Umgang mit der Partnerin aber hinter einer Wand aus Schweigen verbirgt und Beziehungsthemen konsequent aus dem Weg geht, genügt nicht mehr.

Wegschauen und der Versuch, die Sache irgendwie auszusitzen, führen geradewegs ins Verderben. Es ist an der Zeit, dass ein Mann die Verantwortung für seine Beziehungen aktiv mitträgt und mitgestaltet statt über den Feminismus zu jammern und sich als Opfer zu inszenieren, wenn er – wen wunderts – wegen seines Verhaltens verlassen wurde.

Auch wenn längst nicht alles sinnvoll ist, was heute als Gleichberechtigung verkauft wird: Letztlich ist es erfolgversprechender, als Mann in die Auseinandersetzung einzusteigen statt sich andauernd über die herrschenden Zustände zu beklagen und Geschlechtergenossen, die sich um Verständigung bemühen, als Frauenversteher zu beschimpfen.

Mein Rat an dich: Mach klare Ansagen und zeige deinem Freund, dass du nicht länger bereit bist, sein stures Festhalten am alten Muster zu akzeptieren. Biete ihm an, eine Paarberatung in Anspruch zu nehmen und mithilfe einer Fachperson Lösungen zu finden. Falls er nicht darauf einsteigen will, könnte es sinnvoll sein, über eine Trennung nachzudenken.

Ihre Frage an Doktor Sex: doktor.sex@heute.at

(wer)

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