"Wiener" Umweltsatellit "Sentinel-1A" startet ins All

Mit "Sentinel-1A" wird am Donnerstag (3. April) der erste Umweltsatellit des europäischen Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus" ins All starten. Das Gerät soll Land- und Meeresoberflächen überwachen, Klimaveränderungen beobachten, Meereis kartieren, frühzeitig vor Erdrutschen warnen, Veränderungen in der Flächennutzung darstellen und damit Daten auch für wirtschaftliche Anwendungen liefern. Der Satellit wurde von Wienern mitentwickelt.

Mit "Sentinel-1A" wird am Donnerstag (3. April) der erste Umweltsatellit des europäischen Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus" ins All starten. Das Gerät soll Land- und Meeresoberflächen überwachen, Klimaveränderungen beobachten, Meereis kartieren, frühzeitig vor Erdrutschen warnen, Veränderungen in der Flächennutzung darstellen und damit Daten auch für wirtschaftliche Anwendungen liefern. Der Satellit wurde von Wienern mitentwickelt.

Der Satellit wird mit einer Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana aus starten. Eine ganze Flotte von "Sentinel"-Satelliten (englisch für "Wächter") bildet den Kern des EU-Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus". Bis 2021 ist der Start von insgesamt fünf verschiedenen "Sentinel"-Missionen geplant. "Copernicus" ist eine Initiative der EU, der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Europäischen Organisation für meteorologische Satelliten EUMETSAT.

"Sentinel-1A" verfügt über ein Radarsystem, das rund um die Uhr bei allen Wetterlagen hoch aufgelöste Bilder der Land- und Meeresoberflächen liefert. Gemeinsam mit dem baugleichen Sentinel-1-B, der im kommenden Jahr starten und die Erde um 180 Grad versetzt umrunden soll, werden die Sonden alle sechs Tage Bilder und Daten von jedem Ort auf der Erde erfassen. Sie setzen damit die kontinuierliche Umweltbeobachtung der Missionen ERS-1, ERS-2 und ENVISAT fort.

Satelitten sollen vor Katastrophen schützen

Die Satelliten-Flotte soll eine riesige Datenmenge sammeln: "Die Beschaffenheit der Erdoberfläche, Waldbrände, vulkanische Aktivitäten, Ölteppiche nach Havarien, die Meeresparameter im Allgemeinen, Wasserstände, die Meeresoberfläche, Klimadaten, Luftqualität, Eisdecken, und so weiter. Alles was man messen kann, wird auch gemessen", so Josef Aschbacher vom ESA-Erdobservatorium nahe Rom, wo das Projekt koordiniert wird, in einer Aussendung der ESA.

Überwacht werden sollen die Auswirkungen des Klimawandels, die Ausdehnung des arktischen Meereises und die Meeresumwelt, Landflächen, etwa um Bewegungen von Erdmassen frühzeitig zu erkennen, und Veränderungen in der Flächennutzung. Zudem sollen die Beobachtungsdaten die Hilfe in Katastrophenfällen und bei humanitären Krisen unterstützen.

Österreicher bei Arbeit beteiligt

Entworfen und gebaut wurde der Satellit von einem Konsortium aus rund 60 Unternehmen. Auch der Raumfahrtzulieferer RUAG Space Österreich, mit 190 Mitarbeitern die größte heimische Firma im Bereich Weltraumtechnik, hat daran mitgewirkt und die GPS-Navigationsempfänger, mit denen sich die Satelliten im All orientieren, sowie die gesamte Thermalisolation für die Sonde geliefert, teilte das in Wien ansässige Unternehmen in einer Aussendung mit.

Damit der Satellit seine Vermessungsaufgaben mit der geforderten Präzision durchführen kann, muss die aktuelle Satellitenposition sehr genau bestimmt werden. Dafür nutzen die Satelliten die Signale des US-Satellitennavigationssystems GPS. Die von RUAG Space entwickelten GPS-Empfänger wurden in Wien speziell für die Erfordernisse einer hochgenauen Positionsbestimmung maßgeschneidert. Sie können Empfangssignale auf zwei unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig verarbeiten, im Gegensatz zu den auf der Erde eingesetzten GPS-Empfängern, die üblicherweise nur mit einer Frequenz arbeiten. Damit kann höchstmögliche Positionsgenauigkeit erzielt werden.

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