Die Tage der sperrigen Schweizer Nationalhymne sind gezählt. Am Montag läuft die Eingabefrist eines Wettbewerbs ab, dessen Ziel die "Schaffung einer zeitgemässen Nationalhymne" ist. Dabei hagelt es Kritik an einer Publikumsentscheidung à la Song Contest.
Die Tage der sperrigen Schweizer Nationalhymne sind gezählt. Am Montag läuft die Eingabefrist eines Wettbewerbs ab, dessen Ziel die "Schaffung einer zeitgemässen Nationalhymne" ist. Dabei gibt es Kritik an einer Publikumsentscheidung à la Song Contest.
Für die neue Schweizer Hymne haben 116 Texter einen Vorschlag eingereicht, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Bis zum Herbst wählt eine Jury nun maximal zehn Beiträge aus.
Die Melodie des heutigen Schweizerpsalms soll in der neuen Version erkennbar sein. Danach wird per Telefon- und SMS-Voting der Siegersong bestimmt. Bis spätestens 2016 soll der Siegersong feststehen.
Kritik an Conchita Wurst-Song
Ein Schweizer Politiker kritisiert allerdings den Wettbewerb. Der SVP-Nationalrat Peter Keller bezeichnet das Projekt als "dümmliche Casting-Show" und verlangt, dass die Siegerhymne dem Parlament vorgelegt wird, und dann das Volk darüber entscheidet. Was resultiere, wenn das Publikum entscheiden könne, zeige sich laut Keller jeweils am Eurovision Song Contest: "Conchita Wurst mal DJ Bobo – das wäre unsere neue Hymne!"
Die Schweizer Hymne wurde im Jahr 1840 von Leonhard Widmer gedichtet und ein Jahr später vom Zisterziensermönch Alberich Zwyssig vertont. Im Jahr 1981 wurde das Lied offiziell zur Nationalhymne der Eidgenossenschaft erklärt.
Die Hymne wird wegen ihrer antiquierten Sprache ("Trittst im Morgenrot daher, seh ich dich im Strahlenmeer") und ihres religiösen Inhalts ("Betet, freie Schweizer, betet!") als nicht mehr zeitgemäß angesehen.