"Wir sind eine kleine, glückliche Familie!"

In Claudia Stöckls Ö3 "Frühstück bei mir" erzählte Gastro-Unternehmer Bernd Schlacher von seinem Werdegang, seinem Ehemann und seinen Adoptivkindern.

Gastronom Bernd Schlacher ist der Caterer der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft und wird ab Juli mehr als 30.000 Gäste an 80 Veranstaltungstagen versorgen. Auch den Klima-Gipfel in der Wiener Hofburg mit Arnold Schwarzenegger, den er regelmäßig persönlich trifft, versorgte der 53-Jährige jüngst kulinarisch. Mit Claudia Stöcklsprach Schlacher aber auch offen wie nie über seine private Seite.

Bernd Schlacher empfing die Ö3-Talkerin in seinem neuen Haus in Wien Döbling, wo er ihr "Egg Clouds" auf Avocados und getostetem Brot - das Lieblings-Frühstück seiner beiden Adoptivkinder Siya und Kuda - kredenzte. Das Rezept gibt's übrigens in seinem Kochbuch "From Sunset to Sunrise" (Brandstätter Verlag).

Seine Story im Zeitraffer: Mit 15 Jahren ist er als Eisenbahnerlehrling aus einem Dorf in der Steiermark nach Wien gekommen, beendete die Lehre nicht, war erfolgreicher Kellner im Szenelokal „Wiener", dann Lokalbesitzer des Restaurants Motto (das er mit nur 25 Jahren übernahm) und ist heute Chef von 250 Mitarbeiter/innen in seiner „Motto Group". Arbeiten müsste er längst nicht mehr, aber, er tut es einfach gerne.

Bernd Schlacher: "Für mich ist das Wort Arbeit nicht negativ besetzt. Viele Leute sagen ja oft, sie müssen zur Arbeit gehen. Ich gehe gern in die Arbeit."

In seinen Anfängen als Szene-Kellner "hackelte" er nicht selten 7 Tage (und Nächte) durch und hatte dann 7 Tage frei. Als er das "Motto" (heute im Besitz von Tom Sampl) übernahm, gab es 10 Jahre überhaupt keinen Urlaub. Ohne Fleiß kein Preis.

Wie er der neuen 12-Stunden-Regelung gegenübersteht?

Bernd Schlacher: "Ich finde, das sollte sich jeder Mitarbeiter mit seinem Chef ausmachen dürfen."

Über sein Erfolgsrezept

Bernd Schlacher: "Ich habe ein gutes Gespür für Gäste und für Dienstleistung. Wichtig ist es nicht nur, gutes Essen, ein schönes Ambiente oder gute Musik anzubieten. Man muss vor allem Gefühle erzeugen." Dieses Gesamtpaket kann er sehr gut schnüren.

Eine moderne Familie

Mit 40 Jahren hat Bernd Schlacher nach seiner "Sturm- und Drang-Phase" die Liebe seines Lebens kennen gelernt. Der um 13 Jahre jüngere Ö3 Chef vom Dienst, Georg Urbanitsch. Er war damals in Begleitung von Ö3-Kollegin Kati Bellowitsch auf einem Fest, nach ein paar Wochen waren Bernd und Georg ein Paar, das mittlerweile verheiratet ist und zwei Kinder aus Südafrika adoptiert hat.

Bernd Schlacher über sein privates Glück:

"Ich hatte nie ein Outing, meine Eltern kannten Georg einfach schon gut und irgendwann haben wir sie zu unserer Hochzeit eingeladen. Ich hatte überhaupt mein ganzen Leben kein Problem aufgrund meiner sexuellen Orientierung. Weder privat noch im Geschäft. Es ist egal, weil Mensch ist Mensch."

Bernd Schlacher über seine Kinder Siya und Kuda:

"Wir waren im Waisenhaus in Südafrika, da war Syia gerade mal 4 Jahre alt. Er stürmte auf uns zu, hat uns umarmt und gebusselt und wollte uns nicht mehr los lassen. Seine Mutter hat ihn nach der Geburt im Krankenhaus lassen, er wurde von Waisenhaus zu Waisenhaus gereicht. Er hatte keine glückliche Kleinkindheit. Anfangs hat er den Kalk von den Wänden geschleckt, weil er Kalkmangel hatte. Und er hat übermäßig viel gegessen, weil er viele Entbehrungen erleiden musste. Das gab sich aber bei ihm und auch bei Kuda nach einiger Zeit."

Ob ihnen eine Mama abgeht?



"Wir sprechen sehr wohl über die Bauchmama, wie schön sie ist, denken uns schöne Geschichten aus. Und die Kinder haben natürlich weibliche Bezugspersonen wie unsere Nanny, die wir Leih-Oma nennen und viele gute Freundinnen. Wir sind eine kleine, glückliche Familie."

(man)

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