"Wollen keine Seuche" - Pflegerin soll ausziehen

Auf Twitter veröffentlichte eine Krankenschwester ein Schreiben ihrer Nachbarn. Die Frau wird darin aufgefordert auszuziehen, weil die Hausbewohner offenbar Angst vor Covid-19 haben.
In Salzburg fand eine Frau ein Schreiben ihrer Nachbarn vor. Die Frau veröffentlichte die wenig schmeichelhafte Aufforderung auf ihrem Twitteraccount. "Wir die Hausbewohner bitte Sie auszuziehen! Wir wollen keine Seuche im Haus!", steht auf dem Zettel.

Am Freitag wusste die Betroffene noch nicht so recht, wie sie mit dieser Nachricht umgehen soll. "Ohne Unterschrift soll ich das als Scherz auffassen?", fragte sie auf Twitter. Die überwiegende Zahl der Kommentare war einhellig. Das Schreiben wurde als dreist empfunden. "Heute" kontaktierte die betroffene Salzburgerin und fragte sie, wie es dazu kam.



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"Hatte noch nie Probleme"



Sie ist als diplomierte Krankenschwester in einer Seniorenwohnanlage in Salzburg tätig. In der Siedlung, in der es zu dem Vorfall kam, lebt sie seit zwölf Jahren. Laut eigener Aussage gab es "hier noch nie Probleme". Als Hintergrund vermutet sie die Angst vor dem Coronavirus: "Es hat sich herumgesprochen, dass in einem Heim in der Nähe meines Arbeitsplatzes Personal und Bewohner positiv auf das Virus getestet wurden".

Die Nachricht las sie am Freitagabend, nach einem Tagdienst. "Zuerst war ich geschockt", sagt sie. Sie sei auch überrascht, dass ihr Tweet durch die Decke gegangen sei. Die Angst der Nachbarn jedenfalls, stellt sich zuweilen allerdings als unbegründet heraus. Denn das Seniorenheim, in dem die Salzburgerin tätig ist, wurde erst am 29. April "durchgetestet. Bisher sind alle Befunde negativ".

Antwort an Nachbarn



Dennoch gibt sie zu, dass sie die Situation beschäftige. Als Reaktion auf das Schreiben verfasste sie selbst ein paar Zeilen, wie sie auf Twitter mitteilt.



Darin schreibt Angela S., dass sie zwar der Aufforderung zum Auszug nicht nachkommen werde, aber jederzeit Fragen zum Virus beantworten würde. Außerdem fordert sie ihre Mitmenschen zum Halten von Abstand und zum Tragen einer Schutzmaske auf.

Bis zum späten Samstagnachmittag wurde der Tweet 437 Mal geteilt und mit über 2.000 "Gefällt mir"-Angaben bewertet.



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