"Zwei Böen haben das Zelt in Sekunden weggerissen"

Das Zelt-Drama im Innviertel, nun haben sich Feuerwehr und Rettung zu Wort gemeldet und die dramatische Situation geschildert.

Zwei Menschen mussten sterben, mehr als 140 wurden verletzt. Ein fürchterlicher Sturm hatte das Festzeit der Freiwilligen Feuerwehr Frauschereck bei St. Johann am Walde (Bez. Braunau) weggerissen. Für die Rettungskräfte war ein belastender Einsatz die Folge.

"Ich bin gerade im Zelt gestanden. Es hat nicht geregnet, es gab keinen Wind. Da haben plötzlich zwei Böen in wenigen Sekunden das ganze Zelt weggerissen", Feuerwehrkommandant Erich Feichtenschlager schilderte den dramatischen Moment Freitagnacht um 22.30 Uhr, der das Leben vieler Menschen für immer veränderte.

"Wir hatten keinen Strom, das Handy-Netz war überlastet", schildert er. Dazu kam, dass viele seiner Kameraden selbst verletzt waren. "Ich bin ins Feuerwehrhaus, habe ein Auto geholt, damit wir Licht haben."

Dann lief die Rettungskette an. Im Minutentakt gingen Notrufe ein. 60 Rettungsautos, 20 Ärzte und Mitglieder von acht Feuerwehren aus der Umgebung waren im Einsatz, halfen den vielen verletzten und geschockten Menschen.

Vier Mitglieder der FF Frauschereck liegen mit schweren Verbrennungen in Krankenhäusern. Bei dem Drama wurden sie durch das heiße Fett von umgestürzten Fritteusen verletzt.

Zwei Menschen, die 19-jährige Alexandra P. und der 28-jährige Christoph A., erlagen noch an der Unglücksstelle ihren schweren Verletzungen.

Was bleibt ist die Frage, ob das Unglück verhindert hätte werden können. "Niemand hat mit einem derart schweren Sturm gerechnet, die Vorschauen haben das nicht gesehen", ist sich Feichtenschlager sicher.

War es ein Tornado?



Laut Landesfeuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner könnte es sich sogar um einen Tornado gehandelt haben. "Offenbar ist so etwas auch bei uns jetzt möglich", meinte der bei der Pressekonferenz der Rettungskräfte.



(gs)

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