Linzer Chancenwucher, eiskalte Schotten! Der LASK verlor am Mittwochabend das Hinspiel des Champions-League-Playoffs bei Top-Klub Celtic Glasgow 0:3 (0:2). Dabei jubelten die Linzer über zwei Abseitstore zu früh, ließen eine Vielzahl an Möglichkeiten aus und wurden im Celtic Park vor 55.000 Fans von effizienten Hausherren bestraft. Die bittere Bilanz: 19 Anschlüsse, null Tore.
Eine Woche vor dem Rückspiel auf der Linzer Gugl steht der österreichische Serienmeister im Kampf um die Ligaphase der Königsklasse mit dem Rücken zur Wand. Die starke Leistung lässt die Fans noch hoffen. Am Mittwoch nur ein schwacher Trost: Auch im Falle des Ausscheidens, spielt der LASK eine europäische Ligaphase – nämlich in der Europa League.
Vor den Augen von Celtic-Edelfan Rod Stewart – der Star-Musiker bekam erst vergangene Woche bei einer Herz-OP einen Stent eingesetzt – gelang dem LASK beinahe die Blitzführung. Moses Usor entwischte der Abwehr in Minute eins und pfefferte den Halbvolley ins lange Kreuzeck. Vor seinem Traumtor war er aus Abseitsposition gestartet.
Weitere drei Minuten später sah Samuel Adeniran nicht, dass er gemeinsam mit Usor alleine vor dem Goalie stand. Der US-Stürmer schloss unglücklich ab – Usor hätte bei einem Zuspiel nur den Fuß hinhalten müssen. Beim anschließenden Kopftor von Adeniran ging abermals die Fahne des Linienrichters nach oben (34.).
Während sich die Gäste in Glasgow Chance um Chance erarbeitete, waren es die Schotten, die anschrieben. Benjamin Nygren (26.) und Camilo Duran (38.) erzielten vor der Pause in fast deckungsgleiche Weitschusstore. Beide verwerteten zweite Bälle vom Strafraumrand unhaltbar.
Davon ließ sich der LASK zwar nicht aus dem Konzept bringen. Das Bild blieb aber das gleiche: Die Gäste rieben sich vorne auf, ließen im Abschluss die Präzision vermissen. Der Gegner hingegen agierte eiskalt. Wieder war es Duran, der mit einem Schlenzer ins lange Eck nach einer Linzer Druckphase auf 3:0 erhöhte (67.).
Die Stimmen
LASK-Kapitän Sascha Horvath: "Das ist enttäuschend. Es ist sehr bitter, weil du auch im Spiel das Gefühl hattest: Du hast acht Torschüsse im Sechzehner, da muss halt irgendwann einer rein. Die haben wenige Torschüsse und alles ins Kreuzeck. Es wäre schon mehr möglich gewesen. Im Rückspiel muss alles passen. Die Chancen müssen wir alle machen, hinten und im Mittelfeld kompakt stehen. Das werden wir uns genau ansehen."
Sam Adeniran: "Ich bin nicht glücklich. So ist leider der Fußball. Wenn man die Chancen nicht macht, wird man bestraft. Wir müssen die Tore machen. Das Spiel ist noch nicht vorbei, wir haben noch das Rückspiel. Natürlich gibt es noch Hoffnung. Wenn Celtic drei schießen kann, können wir das auch."
LASK-Trainer Didi Kühbauer: "Das ist sehr hart. Wenn du da 0:3 verlierst und ein richtig gutes Spiel machst. Das einzige, was ich ihnen vorwerfen muss, dass du aus diesen Chancen zwei oder drei Tore machen solltest. Aber ich muss mein Team loben. Das ist der Fußball, da müssen die Jungs lernen. Wir dürfen aber den Kopf noch nicht in den Sand stecken. Wir haben noch ein Heimspiel. Wir brauchen natürlich eine außergewöhnliche Leistung. Wenn wir effizienter sind, haben wir noch die Chance."
Der Meister und Cupsieger musste seine erste Pflichtspiel-Niederlage der Saison einstecken und braucht im Rückspiel ein kleines Fußball-Wunder für den erhofften Aufstieg. Das Ligaspiel der vierten Runde gegen Wolfsberg war bereits im Vorfeld verschoben worden, um den Linzern eine optimale Vorbereitung auf den Kampf um die Königsklasse zu ermöglichen. Das Gastspiel beim WAC wird am 1. September nach dem Celtic-Rückspiel und dem Ligaheimspiel gegen Altach (29. August) nachgeholt.