Rapid stürmte am Sonntagabend in der dritten Runde der Bundesliga mit einem 8:0 gegen den GAK an die Tabellenspitze und ließ bei den Gästen die Alarmglocken schrillen. Die Grazer präsentierten sich im Allianz-Stadion desaströs, wurden von der ersten bis zur letzten Minute vorgeführt.
Trainer Ferdinand Feldhofer wurde von Fans und Experten angezählt, reagierte im geknickten Sky-Interview selbstkritisch mit einer Entschuldigung und ohne Erklärung für das Debakel.
Eingefleischte GAK-Fans wähnten sich in Hütteldorf wohl im falschen Film – genaugenommen im dritten Teil einer ganzen Filmreihe. Denn: Ein Blick in die Geschichtsbücher der Bundesliga offenbart nicht nur das historische Ausmaß der Niederlage. Er zeigt auch, dass das direkte Duell beider Klubs bereits zwei noch schlimmere Ergebnisse hervorgebracht hatte.
Höchste Siege der Bundesliga-Geschichte:
22.06.1977 – Rapid Wien – GAK – 11:1
27.09.1985 – GAK – Rapid Wien – 0:10
23.04.2016 – Mattersburg – Austria Wien – 0:9
22.05.1982 – Wacker Innsbruck – Austria Salzburg – 9:0
22.08.2004 – SW Bregenz – Austria Wien – 0:9
25.06.1983 – Austria Wien – SC Neusiedl – 8:0
21.04.1984 – Rapid Wien – SC Neusiedl – 8:0
10.08.2014 – RB Salzburg – SV Grödig – 8:0
17.10.2015 – RB Salzburg – Admira – 8:0
16.08.2026 – Rapid – GAK – 8:0
05.08.1986 – Rapid Wien – Austria Klagenfurt – 8:1
20.06.1987 – Wiener Sportclub – Sturm Graz – 8:1
31.08.1991 – Austria Wien – Donawitzer SV – 8:1
29.11.2008 – Rapid Wien – SCR Altach – 8:1
29.09.2013 – RB Salzburg – SC Wr. Neustadt – 8:1
04.04.2021 – WAC – Rapid – 1:8
Das 0:8 ist das geteilt sechsthöchste Ergebnis aller Zeiten. Noch deutlicher: Ein 11:1 im Jahr 1977 und ein 10:0 im Jahr 1985. In beiden Fällen hieß die Begegnung Rapid gegen den GAK beziehungsweise andersherum – in allen drei Fällen gingen die Steirer als klarer Verlierer vom Platz.
Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup jubelte: "Ich habe gehört, es war der höchste Sieg im Allianz Stadion. Das macht mich sehr happy." Über die Leistung seines Teams sagte er: "Wir waren ziemlich nah dran an perfekt. Ich bin sehr positiv gestimmt, wie wir als Team zusammengearbeitet haben. Es gab sehr starke Kombinationen."
Ganz anders die Stimmung auf der Gegenseite. Feldhofer: "Es war schrecklich. Es ist in meiner Karriere, Spieler und Trainer, der dunkelste Moment, den ich sportlich je erlebt habe. Wenn das Spiel nach zehn Minuten entschieden ist, die Chancen nicht aufhören, wir nicht die Form haben, da dagegenzuhalten – dann wird es schwierig. Entschuldigung an alle von meiner Seite. Sowas darf nicht passieren. Wir waren wirklich desolat im Boxverteidigen, in mehreren Abschnitten. Es ist wirklich grade sehr schwierig, dass ich das auch noch erleben musste. Es ist nicht angenehm. Wir können jetzt nicht zum Alltäglichen kommen. Hoffentlich ziehen wir alle die richtigen Schlüsse."