0:9! Peinlicher Schlusspunkt einer Aufreger-Saison

Das Frühjahr hatte es in sich!
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Die Bundesliga-Saison ist endgültig zu Ende. Ein kurioses Frühjahr brachte mit dem 0:9 des FAC in Ried einen peinlichen Schlusspunkt.

Wir blicken noch einmal auf eine kuriose Frühjahrssaison zurück. In nicht einmal drei Monaten sorgten Fußball-Aufreger für Gesprächsstoff. Ein Überblick. 

!Illegales LASK-Training

Am 14. Mai hatten geheim gefilmte Bilder die österreichische Fußballwelt erschüttert. Darauf zu sehen war der LASK, damals noch Spitzenreiter der Bundesliga, beim Mannschaftstraining. Diese waren zu dem Zeitpunkt allerdings verboten gewesen. 

Die Linzer hatten vier verbotene Einheiten zugegeben, waren daraufhin mit dem Abzug von sechs Punkten bestraft worden. Es folgte ein Hickhack zwischen den Stahlstädtern und der Bundesliga. LASK-Präsident Siegmund Gruber legte sein Mandat im Aufsichtsrat der Liga nieder. Die Stahlstädter riefen das Protestkomitee an und bekamen zwei Punkte wieder zurück. 

Trotzdem folgte die sportliche Talfahrt. Von der Tabellenspitze rutschte das Sensationsteam des Herbsts auf den vierten Rang ab. Das, und eine Revolte der Spieler, kostete Coach Valerien Ismael dann den Job. Der Ruf der Linzer Athletiker war da schon lange beschädigt. 

!Rapids historische Pleite

Der 24. Juni war in die grün-weißen Geschichtsbücher eingegangen. Allerdings nicht als Jubeltag, sondern als größte Schmach der Bundesliga-Geschichte. Da verlor Rapid das Heimspiel gegen den späteren Meister Red Bull Salzburg mit 2:7! Österreichs Rekordmeister hatte die höchste Heimniederlage seit 1969 (0:6 gegen den Erzrivalen Austria Wien) kassiert, erstmals seit der Gründung der Bundesliga (1974) sieben Gegentreffer hinnehmen müssen. 

Die Salzburger hatten späte Revanche für die denkwürdige 0:7-Niederlage aus dem Jahr 2008 genommen. Für Grün-Weiß folgte das Happy End in den Runden danach. Siege gegen den LASK und Sturm Graz brachten Platz zwei in der Abschlusstabelle. Und die Chance auf die Champions League. 

!Austria versagt im Spiel der letzten Chance

Für die Austria war das Play-off-Duell gegen Hartberg die letzte Chance, eine mehr als verkorkste Saison doch noch zu retten. Nach der 2:3-Niederlage im Heimspiel musste ein Sieg mit zwei Toren her, um es auf den letzten Drücker doch noch in die Europa-League-Qualifikation zu schaffen. 

Doch wer einen violetten Sturmlauf erwartet hatte, wurde an diesem 15. Juli bitter enttäuscht. Nicht einmal ein Lüftchen fegte über das Hartberger Stadion. Die Partie endete 0:0. Auch, weil die Austria bis zur 91. Minute keinen nennenswerten Torabschluss zustande brachte. 

Zwei Tage später war die einjährige Amtszeit von Coach Christian Ilzer schon wieder zu Ende. Er nahm freiwillig den Hut, ging zu Sturm Graz. Peter Stöger springt in der kommenden Saison für ihn ein. 

!Bankenskandal: Mattersburg vor dem Ruin

Am 15. Juli wurde die Commerzialbank Mattersburg von der Finanzmarktaufsicht behördlich geschlossen. In einem Bilanzskandal hatten 500 Millionen Euro gefehlt. Die Privatbank muss in die Insolvenz. Und reißt damit möglicherweise auch den SV Mattersburg mit in den Ruin. 

Die Bank und der Fußballklub sind eng miteinander verwoben. Bank-Vorstand Martin Pucher war auch Mattersburg-Macher. In seiner gut 32-jährigen Führung war der Klub aus der Fünftklassigkeit bis zum etablierten Bundesliga-Mitglied aufgestiegen. Nun droht das Aus. Im Budget klafft ein Millionen-Loch, nachdem die Gelder des Hauptsponsors fehlen. 

Die Burgenländer suchen einen Investor, um ein Sanierungsverfahren durchzuführen. Das würde die Grün-Weißen aus dem Burgenland in der höchsten Spielklasse halten. Ob die Sanierung gelingt, ist offen. 

Pikant: Auch die Bundesliga selbst hatte mehr als drei Millionen Euro bei der Bank des ehemaligen Bundesliga-Vorstands veranlagt, zog es 2019 aber wieder ab. So entging die Liga einem Millionen-Schaden. 

!Peinliches 0:9 als Krönung

Es war der traurige Höhepunkt eines eigentlich packenden Titelrennens. Die SV Ried und Austria Klagenfurt lagen im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg Kopf an Kopf. Nur ein einziger Treffer trennte die beiden Teams vor dem letzten Spieltag der 2. Liga. So hatten die beiden Titel-Rivalen die Tormaschinen angeworfen. Ried gewann 9:0 gegen den FAC, Klagenfurt 6:1 gegen Wacker Innsbruck. Ried stieg auf.

Ergebnisse, die alles andere als normal sind in der zweithöchsten Liga. Deshalb wurden vor allem die Rollen der Gegner hinterfragt. Der sportliche Anstand würde es eigentlich gebieten, sich auch in der letzten Runde - gerade wenn es um die Meisterschaft geht - von seiner besten Seite zu zeigen. Das taten beide Teams nicht. 

Ganz im Gegenteil. Die Lachnummern der Liga lieferten lustlose Sommer-Kicks ab, nahmen einen Gegentreffer nach dem anderen hin. Dass so eine ganze Meisterschaft verzerrt wird, ist nur logisch. Dass ein mehr als schaler Beigeschmack bleibt genauso. Ein trauriger Abschluss von drei mehr als turbulenten Monaten seit dem Corona-Comeback. 

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